Die Putzstelle oder das Kindermädchen

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Die Geschichte ist nicht von mir, die habe ich im Netz gelesen und finde sie sehr gut. Ich stand auf, wusch mich und zog mich an. Ich machte mich auf den Weg in mein Lieblings-Cafe und bestellte mir einen Cappuccino. Der Tageszeitung widmete ich mich ausschließlich dem Stellenanzeigen-Teil. Unabhängig von meinen verrückten Träumen, suchte ich tatsächlich eine Nebenbeschäftigung und stutzte, als ich ein Inserat las: Suchen 2 x wöchentlich eine freundliche Betreuung für unseren Sohn und kleine Hilfeleistungen im Haushalt. Sehr gute Bezahlung! Luftschnappend schlug ich die Zeitung zu! Das konnte doch unmöglich sein! Genau diese Stelle hatte ich in meinem Traum gelesen und jetzt las ich sie, schwarz auf weiß, hier vor mir! Ungläubig schüttelte ich den Kopf, um auszuschließen, dass ich nicht noch immer träume.Ich las das Inserat erneut und notierte mir die Telefonnummer. Nachdem ich meinen Cappuccino ausgetrunken hatte, machte ich mich auf den Weg. Zu Hause angekommen, wählte ich die Nummer des Inserates und wartete mit klopfendem Herzen auf die Rufantwort.„Hohenberg?“, hörte ich eine weibliche Stimme in den Hörer sprechen. „Ähm... Guten Tag, mein Name ist Isabel Wagner und ich rufe an, wegen Ihrem Inserat in der Tageszeitung. Ist die Stelle noch frei?“ Meine Stimme überschlug sich fast beim Sprechen.„Ja, die Stelle ist noch frei. Haben Sie denn vielleicht heute Zeit, sich bei uns vorzustellen?“, fragte Frau Hohenberg.„Ähm... Ja... Ich hätte schon Zeit. Aber ich hätte noch eine Frage vorweg“, stotterte ich in den Hörer.„Ja?“„Es hört sich vielleicht etwas ungewöhnlich an ...,“ der Schweiß tropfte unter meinen Achseln,“ ...aber ich möchte Sie fragen, ob Sie möchten, dass Ihre Putzhilfe eine Uniform tragen soll.“ Umständlicher hätte man es nicht ausdrücken können! Dachte ich mir, während ich innerlich aufatmete, dass ich die Frage rausgebracht hatte.Frau Hohenberg lachte herzlich auf. „Nein, natürlich nicht! Wie kommen Sie denn darauf? Wir suchen ja keine Putzkraft im eigentlichen Sinne. Natürlich sollten Sie uns etwas im Haushalt zur Hand gehen. Aber im Vordergrund steht tatsächlich die Betreuung unseres Sohnes.“„Entschuldigen Sie diese merkwürdige Frage, aber ich habe schon die seltsamsten Dinge gehört und möchte nur sicher gehen, dass es sich um ein seriöses Angebot handelt.“ Ich hatte mich wieder gesammelt und fragte jetzt nach dem Alter des Kindes.„Unser Sohn ist 30 Jahre alt“, antwortete die Frau.Irritiert runzelte ich die Stirn. „Ihr Sohn ist 30 Jahre alt und sie suchen eine Betreuung für ihn?!“ Mein Tonfall verriet meine Irritierung.„Ja, das ist richtig. Unser Sohn ist zwar 30 Jahre alt, befindet sich aber auf dem Wissensstand eines 3-jährigen. Eine mangelnde Sauerstoffzufuhr während der Geburt hat das ausgelöst. Aber er ist ganz lieb und braucht nur 2 mal die Woche eine Betreuung, damit ich meinem Mann in der Firma zur Hand gehen kann.“ Immer noch skeptisch fragte ich sie, wie denn die Betreuung aussehen solle und die kleine Hilfe im Haushalt.„Es geht eigentlich nur darum, dass jemand im Haus ist. Wir haben ein Kindermädchen, welches sich sehr liebevoll um unseren Kleinen kümmert. Allerdings braucht das Kindermädchen auch mal eine Pause und daher haben wir uns entschlossen, eine weitere Kraft einzustellen. Sie müssten lediglich etwas mit ihm spielen und ihm beim Essen helfen. Alles andere übernehmen wir.“Erleichtert hörte ich mir die Erklärung von Frau Hohenberg an und stimmte zu, um 15 Uhr bei ihnen einzutreffen.Gegen 14.30 Uhr machte ich mich auf den Weg zu meinem neuen Arbeitgeber. Als ich vor dem Haus stand, wunderte ich mich nicht, über diesen Prachtbau. Dieses etwas elegante und hoheitsvolle in der Stimme von Frau Hohenberg hatte mich schon am Telefon sicher sein lassen, dass diese Leute sehr vermögend sein mussten. Außerdem hat auch nicht jeder ein Kindermädchen und eine Hausangestellte! Mit der nötigen Aufregung für ein Vorstellungsgespräch, drückte ich auf den Schellenknopf und wartete ab.Eine freundlich lächelnde, etwa 60-jährige Frau, öffnete die Tür. Das musste Frau Hohenberg sein! Dachte ich mir und war sehr froh, dass diese Frau äußerst sympathisch wirkte. Ihr Typ vermittelte Wärme und Vertrauen; sie trug ein schlichtes beiges Kleid, welches mich vom Schnitt her an die Kleider von Miss Ellie aus der Serie Dallas erinnerte. Sie reichte mir die Hand und sagte liebenswürdig:“ Wie schön, dass Sie hergefunden haben! Bitte – treten Sie doch ein!“ Wir traten in den Hausflur und dieser war, wie auch schon von außen vermutet, äußerst geschmackvoll eingerichtet. Überall helle Möbel und warme Farben schmückten die Wände. Wir traten in das Wohnzimmer und Frau Hohenberg bat mich, Platz zu nehmen. Ich setzte mich in einen Sessel und nahm dankend die Tasse Kaffee an, die mir das Hausmädchen reichte. So hatte ich wenigstens etwas, woran ich mich festhalten konnte. Zu gerne hätte ich jetzt eine Zigarette geraucht, riss mich aber zusammen und schaute meine Gastgeberin abwartend an. Diese setzte sich mir gegenüber und nahm vornehm einen Schluck aus der Tasse Kaffee, die die Haushälterin vorher gereicht hatte. „Sie dürfen gerne eine Zigarette rauchen, wenn Sie möchten. Mein Mann raucht auch und mich stört es nicht, obwohl ich Nichtraucherin bin.“ Zustimmend blickte sie mich an.Kann die Gedanken lesen? Dachte ich mir und zögerlich zog ich die Schachtel hervor. Als der Glimmstengel brannte, fühlte ich mich etwas gehemmt vor dieser freundlichen Dame zu rauchen. Aber sie guckte weiterhin liebesnwürdig und schien sich an dem Qualm nicht zu stören.„Ja! So, wie ich Ihnen schon am Telefon sagte, geht es vornehmlich um die Betreuung unseres Sohnes. Er ist täglich in einer externen Betreuung. Das ist ein Heim für behinderte Erwachsene. Dort werden die Heranwachsenden mit handwerklichen Dingen beschäftigt: sie bauen Regale, Schränke und ähnliches und können so ihre Motorik deutlich verbessern und bekommen das Gefühl von Selbständigkeit. Ein Bus bringt ihn dann um 13 Uhr wieder nach Hause. Wir bräuchten Sie Dienstags und Donnerstags von 16 bis 20 Uhr. Würde Ihnen das passen?“ Frau Hohenberg musterte mich neugierig.Ich überlegte kurz, bevor ich antwortete. 2 mal die Woche für 4 Stunden ließ sich gut einrichten und kam mir wunderbar entgegen! Ich arbeitete bis 15.30 Uhr und konnte so bequem von der Arbeit hierher fahren. „Ja, das passt mir ausgesprochen gut! Das wären dann 8 Stunden die Woche, die ich auch für meine Nebenbeschäftigung eingeplant hatte. Bevor ich Sie frage, was Sie die Stunde bezahlen, möchte ich gerne Ihren Sohn kennen lernen. Ist das möglich?“ Selbstbewusst schaute ich die Dame an.„Aber natürlich! Warten Sie bitte einen Moment! Ich werde ihn holen.“ Sie ging mit leichtem Schritt aus dem Wohnzimmer und ich nutzte die Zeit, meine Umgebung anzuschauen. Das ganze Haus war sehr großzügig geschnitten; das Wohnzimmer hatte bestimmt eine Fläche von 80 m² und lud zum Tanzen ein! So groß wirkte es. Die angrenzenden Räume konnte ich nicht einsehen, da sie durch Türen verschlossen waren. Ich vermutete aber, dass sie ebenso geräumig waren, wie das Wohnzimmer. In Gedanken versunken, rechnete ich mir aus, wie viel Geld ich monatlich durch diesen Job dazu verdienen könnte. Wenn sie mir 8 Euro die Stunden zahlen würden, käme ich auf ca. 250 Euro. Nicht schlecht, für ein bisschen Babysitten, dachte ich mir, als Frau Hohenberg mit ihrem Sohn ins Wohnzimmer trat.Er war ungefähr 1.85 m groß und wog bestimmt über 100 kg. Er sah gar nicht behindert aus und sein Gesichtsausdruck war genauso freundlich, wie das seiner Mutter. Strahlend ging er auf mich zu und reichte mir höflich die Hand entgegen. “ Hallo, mein Name ist Albert. Und wie heißt Du?“Seine Sprache verriet seine Behinderung. Es hörte sich sehr kindlich an und seine Augen strahlten diese naive Arglosigkeit aus. Er war wirklich süß, und erinnerte mich an ein Riesen-Baby! Freundlich erwiderte ich seinen Händedruck und antwortete:“ Hallo, mein Name ist Isabel.“„Wirst Du mit mir spielen?“ fragte mich Albert.„Ja... Das würde ich gerne tun. Aber zunächst muss ich mit Deiner Mama noch einiges besprechen. Wirst Du auf mich warten?“ Zwinkernd blickte ich ihn an.Er strahlte wie ein Honigkuchenpferd und meinte:“ Dann gehe ich jetzt erst alleine spielen und danach kommst Du zu mir, ja?“ Erwartungsvoll schaute er mich an.„Ja. Danach komme ich zu Dir“, antwortete ich ihm liebevoll.Albert ging aus dem Wohnzimmer und Frau Hohenberg setzte sich wieder zu mir. „Und? Glauben sie, dass Sie mit ihm klar kämen?“Ich räusperte mich kurz und sagte:“ Er ist ja echt total süß! Ich glaube, dass das klappen könnte. Wir können es ja ausprobieren, wenn Sie es auch möchten.“Frau Hohenberg strahlte mich an und meinte:“ Es würde mich außerordentlich freuen, wenn es klappen würde! Sie waren mir von Anfang an sympathisch!“Mit etwas schlechtem Gewissen fragte ich: „Ähm... Jetzt muss ich noch einmal auf das Thema Bezahlung zurückkommen. Wie viel würden Sie denn in der Stunde bezahlen?“ „Sie brauchen kein schlechtes Gewissen wegen dieser Frage zu haben: das ist doch selbstverständlich, dass das vorher abgeklärt wird. Mein Mann und ich sind uns bewusst, dass es eine besondere Aufgabe ist, mit unserem Jungen zu spielen und haben uns daher auf einen Stundensatz von 15 Euro geeinigt. Käme Ihnen das entgegen?“Ich hielt die Luft an! 15 Euro?! Das hätte ich nicht erwartet! Das war ja das Doppelte von dem, womit ich gerechnet hatte! Schnell sagte ich zu und verabschiedete mich bis zum nächsten Tag.Als ich im Auto saß, konnte ich meiner Freude endlich Luft lassen! Ich sang und juchzte so laut, dass mich ein Fahrradfahrer an der Ampel fragwürdig anschaute. Ich grinste und fuhr los. 480 Euro im Monat! Genießerisch leckte ich mir die Lippen! Das war einfach genial! Und Albert schien ja wirklich ein süßer Typ zu sein. Ich freute mich auf meine neue Aufgabe und legte mich an diesem Abend zeitig zu Bett, um am nächsten Tag ausgeruht zu sein. Die heiße Dusche ließ mich wohlig räkeln und schnell trocknete ich mich ab, um die angenehme Wärme weiterhin auf meiner Haut zu spüren. Ich cremte mich ein und zog mir eine bequeme Cargo-Hose und ein Sweatshirt über. Die Füße wurden mit hellen Turnschuhen bestückt. Ich frühstückte ausgiebig und überlegte, welche Dinge ich mit Alfred unternehmen würde. Wenn er auf dem Stand eines 3-jährigen ist, könnten wir Memory spielen. Das ist DAS Spiel für die Kleinen – da brillieren sie meistens! Ja, das ist ein guter Einfall und schnell kramte ich das alte Spiel aus meinem Wohnzimmer-Schrank. Auto`s und Legosteine setzte ich in seinem Zimmer voraus und beruhigt machte ich mich auf den Weg in die Stadt. Ich hatte noch 2 Wochen Urlaub und wollte diese nutzen, einfach herum zu gammeln, Shoppen zu gehen und mich mit Freunden zu treffen. Als ich in meinem Lieblins-Café ankam, entdeckte ich auch schon einen guten Bekannten. Ich setzte mich zu ihm und wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Nebenbei erwähnte ich, dass ich ab heute einen super bezahlten Nebenjob hätte und neugierig fragte er mich, was das denn sei.„Es handelt sich um eine Geschäfts-Haushalt, die einen 30-jährigen Sohn haben. Allerdings ist dieser behindert und nun benötigen sie eine 2 mal wöchentliche Betreuung für ihn. Ich habe ihn gestern angeguckt und er scheint ganz friedlich zu sein. Eigentlich freue ich mich schon auf ihn!“ Genüsslich trank ich einen Schluck Capuccino. „Ein behinderter Sohn ... Geschäftshaushalt...? Das klingt nach Hohenberg,“ erwiderte mein Bekannter.Überrascht schaute ich ihn an. „Du kennst die Familie?“„Aber natürlich! Die haben ein riesiges Unternehmen und sind in der Stadt sehr bekannt. Daß Du vorher noch nie den Namen gehört hast, wundert mich.“ Fragend schaute er mich an.„Puh ... Mich interessieren andere Leute ja nicht so. Und außerdem: jetzt habe ich sie ja kennen gelernt - und ihre Großzügigkeit erst Recht!“ Grinsend lehnte ich mich auf meinem Stuhl zurück.„Ja ... 15 Euro ist echt ne Menge Moos. Das hätte ich auch angenommen. Die Familie ist nur etwas komisch ...“, meinte er nachdenklich.„Was meinst Du mit komisch?“, fragte ich ihn interessiert.„Naja ... Die schotten sich so ab und wirken immer etwas distanziert. Also, sie sind immer tierisch freundlich ... das meine ich nicht ... Nur wirken sie so, als seien sie nicht von dieser Welt.“ Seine Stirnfalten wiesen Sorge auf.Lächelnd legte ich meine Hand auf seine und sagte:“ Ich kann Dich beruhigen: DIE sind total normal! Echt! Ich konnte nichts Merkwürdiges ausmachen!“Er blickte mich an und meinte:“ Du wirst es ja wissen. Ich habe sie noch nie kennen gelernt und dem Geschwätz der Leute darf man ja auch nicht immer glauben schenken. Vergiss einfach das, was ich gesagt habe und freu Dich auf Deinen Job!“ „Ja, das tue ich!“ Ich blickte auf meine Uhr und erschreckt musste ich feststellen, dass es schon Zeit war, zu fahren. Ich verabschiedete mich von meinem Bekannten und wir verabredeten uns für den nächsten Tag im Café.Als ich vor der Haustür meines neuen Arbeitgebers stand, war ich bester Laune. Frau Hohenberg öffnete die Tür und ließ mich eintreten. „Am besten gehe ich sofort zu Albert. Wir können uns ja erst einmal anfreunden“, meinte ich zu ihr.„Ja, natürlich. Sehr gerne. Ich werde heute hier bleiben, damit Sie sich bei Fragen, an mich wenden können.“ Sie führte mich nach oben, in Alberts Zimmer und ging dann hinunter. Ich stand vor seiner Tür und klopfte vorsichtig an.„Ja?“ Albert schien da zu sein und langsam öffnete ich die Tür.Er strahlte über beide Backen und kam freudig auf mich zu. „Hallo Albert! Ich freue mich darauf, mit Dir zu spielen. Hast Du denn auch Lust, mit mir zu spielen?“, fragte ich ihn in kindlichem Ton.Albert klatschte in die Hände und juchzte:“ Ja! Spielen mit Isabel! Was sollen wir spielen?“„Ich dachte an Memory. Kennst Du das?“ Aufmerksam schaute ich ihn an.„Ja, Albert kennt das!“ Er kniete sich auf den Boden seines Zimmers und schaute mich erwartungsvoll an. Ich packte das Spiel aus meiner Tasche aus und fing an, die kleinen Blätter auf den Kopf zu drehen.Albert zog als erster und schon nach wenigen Minuten wusste ich, dass ich mit dem Spiel genau richtig lag. Er gewann haushoch und ich musste mir lächelnd seine stolze Mimik anschauen.Wir wiederholten das Spiel einige Male, bis Albert keine Lust mehr hatte. „Hast Du Legosteine? Sollen wir etwas Schönes bauen?“ Warm lächelte ich ihn an.„Ja, Albert hat Legosteine! Albert baut ein schönes Haus und Isabel auch, ja?“ Sein Ehrgeiz war absolut herzlich und bereitwillig ließ ich mich von ihm zur Lego-Ecke führen. Wir bauten bestimmt eine halbe Stunde lang konzentriert unsere Häuschen und ich war ganz versunken, die farbigen Steinchen aufeinander zu setzen, bis Albert meinte, dass er auch hierzu keine Lust mehr habe.„In Ordnung“, sagte ich, „Was sollen wir jetzt machen?“„Puppen spielen!“ Alberts Augen leuchteten auf und etwas irritiert schaute ich ihn an.„Aber Albert ... Du bist doch ein Junge! Und Jungs spielen doch lieber mit Autos. Hast Du denn überhaupt Puppen?“„Gaaaaaaaanz viele!“ Stolz baute er sich vor mir auf und lief aufgeregt zu einem Schrank. Er öffnete ihn und staunend schaute ich mir den Inhalt an: 6 süße Puppen und duzende Puppenkleidungen türmten sich dort! Jedes Mädchen wäre entzückt gewesen! Aber das Albert dieser Leidenschaft frönte, überraschte mich schon!Was solls! Dachte ich mir. Er ist halt eben anders, als andere Kinder. Es ist sein Wunsch und damit mein Verdienst. Insgeheim schämte ich mich für meine wirtschaftlichen Gedanken, aber deswegen war ich ja hier: um Albert zu beschäftigen.Er nahm eine Puppe in die Hand und sagte:“ Such Dir eine aus! Und dann wollen wir sie hübsch anziehen und dann spazieren gehen, ja?“ Sein kindlicher Eifer war ansteckend und lächelnd nahm ich eine Puppe aus dem Schrank, um mich dann intensiv nach einer hübschen Bekleidung für diese umzusehen. Es war gar nicht einfach, das Passende zu finden: Albert hatte einen großen Fundus mit den schönsten Puppenkleidern! Schnell fiel ich in meine Kindheit zurück und beschäftigte mich intensiv mit der Ankleidung. Als ich mich dann für ein blaufarbenes Tüll-Kleidchen entschlossen hatte, strahlte mich mein Pflegekind freudig an.„Das ist Alberts Lieblings-Kleid! Und Isabels auch! Jetzt noch das Mützchen!“ Eifrig kramte er im Schrank umher, bis er die passende Kopfbedeckung gefunden hatte und legte sie meiner Puppe liebevoll an. Dann zog er 2 Puppenwagen hervor und fragte:“ Sollen wir jetzt spazieren gehen?“Lächelnd nickte ich ihm zu und er machte sich auf den Weg nach draußen. Da die Villa einen Fahrstuhl besaß, konnten wir bequem mit den beiden Puppenwagen in das Erdgeschoss fahren, um dann in den Garten zu gehen. Dieser verdiente eher die Bezeichnung „Park“ und staunend schaute ich mir die wunderbare Anlage an. Also, dieser Familie schien es anscheinend nicht an finanziellen Mitteln zu fehlen. Ein riesiger Swimming-Pool lag idyllisch, noch von einer Plane bedeckt, im Garten. Die Gartenstühle und ein runder Holztisch luden zum Verweilen ein. Dahinter zeichnete sich ein kleines Wäldchen ab, auf das Albert zielstrebig hinsteuerte. Wir gingen unter alten Bäumen her, bis Albert vor einem stehen blieb. „Schau, Isabel: mein Haus!“ Mit stolzgefüllter Brust stand er dort, hantierte an der Rinde des Baumes herum und zog ein Tau hervor. Dieses ließ er langsam durch seine Hände gleiten und eine Sprossenleiter klappte sich gleichmäßig vom Baumwipfel herab, auf. Überrascht schaute ich mir die Konstruktion an und machte mich, hinter Albert, der schon auf dem Weg nach oben war, her. Oben angekommen, krochen wir durch ein recht geräumiges Loch auf eine Holz-Plattform, die mit Wänden verkleidet war. Ein kleines Fenster lud zum Rausgucken ein. Das Baumhaus hatte bestimmt 15 m². Hier war alles größer, als bei anderen! Dachte ich noch, während Albert die Sprossenleiter wieder hochzog. „Warte Albert! Wir müssen doch noch die Puppen heraufholen!“, unterbrach ich ihn.„Nein! Puppen bleiben unten! Nur Isabel und Albert dürfen hier rauf!“ Mit wichtiger Miene fixierte er das Tau der Leiter an einer Wandhalterung.  Ich schaute mich um und stellte erstaunt fest, dass auch hier ein kleiner Schrank und ein Bett stand. Das Bett hatte etwa 50 cm hohe Gitterstäbe und der Schrank reichte bis zur Baumhaus-Decke. Diese war etwa 2 Meter hoch, so dass man bequem stehen konnte. Die beiden Stühle und der Tisch rundeten Alberts kleines Reich ab. „Spielst Du hier oft?“ Neugierig schaute ich meinen kleinen Freund an.„Ja! Das ist Alberts Geheimraum und nur Isabel darf hier mit rein.“ Erklärte er mir eifrig.Lächelnd blickte ich ihn an:“ Da bin ich aber sehr stolz, dass ich hier mit rauf durfte! Es ist wirklich wunderschön hier. Sollen wir denn jetzt langsam wieder runtergehen?“Albert schüttelte verneinend den Kopf. „Erst spielen!“ Er öffnete den Schrank und zog ein Kleid hinaus, welches exakt eine große Schwester von dem zu sein schien, welches ich zuvor noch meiner Puppen angezogen hatte. Verdutzt schaute ich ihn an und fragte:“ Was ist das denn? Ist das für Dich?“ Meine Verwunderung musste ihn offensichtlich geärgert haben, denn sein Gesichtsausdruck wurde verschlossener.„Albert zieht keine Mädchen-Kleider an! Das ist für Isabel! Isabel anziehen!“Stirnrunzelnd meinte ich:“ Das finde ich total süß von Dir, aber ich ziehe solche Kleider nicht mehr an. Ich bin doch schon erwachsen“, versuchte ich ihm sanft zu erklären. „Aber Albert hat das nur für Dich gekauft! Nur für Dich!“ Er wurde zusehends unruhiger und ich bekam etwas Angst. Ich wusste ja gar nicht, wie er reagierte und das geräumige Baumhaus schien plötzlich sehr eng zu werden!„Mein lieber Albert: Ich danke Dir für diese liebe Geste, aber ich möchte es wirklich nicht haben. Schau: Ich ziehe Hosen und Sweatshirts an und keine Rüschenkleider. Verstehst Du das?“Albert wollte es nicht verstehen! Enttäuscht setzte er sich auf einen Stuhl und schaute mich traurig an.Das schlechte Gewissen übermannte mich und seufzend nahm ich ihm das Kleid ab, um es mir über meine Hose und Sweatshirt zu ziehen. Er sollte wenigstens sehen, dass ich es überprobiert habe!Mein Pflegekind schaute mich noch immer mit verkniffenen Augen an und sagte dann:“ Isabel muss Hose und Pulli ausziehen!“„Nein, Albert! Das tue ich nicht!“ Mein Ton wurde jetzt deutlich strenger und ich wollte einfach nur noch weg aus diesem Häuschen.„Doch! Isabel muss das tun!“, erwiderte er trotzig.„Isabel muss gar nichts tun. Isabel und Albert werden jetzt nach unten gehen, um dann wieder zurück in Alberts Kinderzimmer zu gehen. Und Albert wird jetzt die Leiter hinunterlassen!“ Ich hatte mich inzwischen hingestellt, um ihm zu verdeutlichen, dass ich jetzt keine Lust mehr auf Palaver hatte. Ich bat ihn erneut, die Leiter herunterzulassen. Albert stand auf und ließ ein kleines Schloss an der Wandhalterung und dem Tau einschnappen. Dann setzte er sich wieder demonstrativ auf seinen Stuhl und schaute mich bockig an. „Isabel erst Hose und Pulli ausziehen. Dann Albert macht Leiter los!“„Also, das ist jawohl die Höhe!“ Jetzt wurde ich aber wirklich sauer und ich stemmte meine Hände in die Seiten. „Albert! Mach jetzt sofort das Schloss auf und lass uns runter gehen!“ Mein Atem wurde flacher, da ich noch nicht wusste, wie ich dieser Situation entkommen konnte. Mein kleiner Freund blieb hartnäckig. „Isabel erst Kleid anziehen, dann Albert macht Schloss auf!“Mit grimmiger Miene schaute ich ihn an, um dann zu erkennen, dass ich jetzt wohl keine andere Wahl hatte, als mich auszuziehen, um das Geschenk meines Pflegekindes anzunehmen.Ich öffnete meine Hose und zog den Pulli über den Kopf aus. Als ich das Kleid überziehen wollte, hatte Albert es schon in der Hand und meinte:“ Albert zieht Isabel an.“ Ich blickte ihn unfreundlich an, um dann aber bereitwillig die Arme zu heben. Er zog mir umsichtig das Kleidchen über Arme und Kopf und verschloss es dann am Rücken mit einem Reißverschluss. Dann stellte er sich vor mich hin und strahlte über beide Backen! „Isabel so schön! Isabel so süß! Meine Isabel!“Meine Wut wurde durch sein Strahlen etwas gemildert und etwas versöhnt sagte ich zu ihm:“ Und? Bist Du jetzt zufrieden?“ Ich blickte an mich hinunter und fühlte mich etwas lächerlich, doch mein kleiner Freund war wohl anderer Ansicht: für ihn schien ich die schönste Frau der Welt zu sein! Naja. Was solls! Mich sieht ja so keiner und wenn er sich freut, ist es das wert!Albert hatte das Schloss gelöst und wir machten uns auf, nach unten zu klettern. Das war mit dem Kleid gar nicht so einfach, da der weite Kleidsaum den Blick zu meinen Füßen bedeckte und vorsichtig suchte ich blind, Sprosse für Sprosse, um nicht abzurutschen.Als wir unten ankamen, zog Albert das Tau an, die Leiter verschwand nach oben und er verankerte die Leine seitlich am Baum. Dann nahmen wir unsere Puppenwagen und gingen langsam zum Haus zurück.Ich vergaß meinen Aufzug, da Albert bester Laune zu sein schien! Er plapperte drauf los und schien völlig gelöst zu sein. Als wir am Haus ankamen, stand Frau Hohenberg schon in der Terrassentür und strahlte uns entgegen. „Ihr seht aber glücklich aus! Habt Ihr fein gespielt?“ Sie nahm ihren Sohn herzlich in die Arme.„Isabel so schön! Isabel trägt Alberts Geschenk!“Erschreckt musste ich feststellen, dass ich ganz vergessen hatte, das blaue Spitzenkleidchen anzuhaben und verschämt erklärte ich meiner Arbeitgeberin, dass Albert sehr hartnäckig darauf bestanden hätte, daß ich es tragen solle.Frau Hohenberg lächelte und meinte:“ Ja, unser kleiner Mann kann ganz schön trotzig sein. Und wenn er sich etwas in den Kopf setzt, dann tritt er davon nicht so schnell zurück. Aber ich finde: Das Kleid ist eine ausgezeichnete Wahl.“Skeptisch schaute ich Frau Hohenberg an. „Naja... Wers mag... Ach!” Ich schlug mir mit der Hand vor die Stirn:“ Jetzt habe ich meine Hose und Sweatshirt im Baumhaus gelassen! Ich muss noch einmal zurückgehen!“„Das würde jetzt zu spät werden! Albert wird Ihnen die Sachen das nächste Mal geben. Ich werde Ihnen etwas aus meiner Garderobe leihen, wenn es Ihnen nichts ausmacht“, meinte Frau Hohenberg.Kopfnickend nahm ich das freundliche Angebot an und wir gingen ins Haus. Wir standen im Flur, während Alberts Mutter nach passender Kleidung für mich Ausschau hielt und Albert tanzte ausgelassen um mich herum.„Meine Isabel! Meine Freundin!“Ich musste etwas schmunzeln. Seine Herzlichkeit war wirklich ansteckend und ich verzieh ihm seine kleine Erpressung aus dem Baumhaus.Als Frau Hohenberg auf den Flur trat, hielt sie mir einen Jogginganzug hin, den ich dankend annahm. Ich zog mich rasch um, schaute auf die Uhr und meinte:“ Die Zeit ist wie im Fluge verflogen! Jetzt haben wir schon 21.00 Uhr und ich muss mich auf den Weg nach Hause machen.“Albert nahm mich in die Arme und rief:“ Isabel hierbleiben! Bei Albert schlafen!“Lächelnd trat Frau Hohenberg an uns und löste sanft Alberts Umarmung. „Heute muss Isabel erst nach Hause fahren. Übermorgen kommt sie wieder!“Widerstrebend ließ Albert sich von seiner Mutter wegziehen und meinte dann:“ Aber nächstes Mal! Isabel schläft bei Albert!“ Sein Schmollmund und seine Körperhaltung ließen mich überreden und ich versprach ihm, das nächste Mal bei ihm zu schlafen. Ich schaute Frau Hohenberg fragend an und diese meinte:“ Sehr gerne! Wir würden uns wirklich sehr freuen, wenn Sie hier übernachten!“„Isabel übermorgen kommt, ja?“ Albert schien sich beruhigt zu haben und blickte mich mit großen Augen an. „Dann Isabel trägt Alberts Geschenk, ja?“ Stirnrunzelnd schaute ich ihn an und meinte:“ Mal sehen. So! Jetzt muss ich aber los! Bis übermorgen!“ Ich winkte den Beiden zu und machte mich dann auf den Weg nach Hause.  Uff! Das war doch anstrengender, als ich gedacht hatte! Überlegte ich, während ich nach Hause fuhr. Der „kleine“ Albert hatte es faustdick hinter den Ohren und mehr als einmal brachte er mich in peinliche Situationen. Ob er das wohl absichtlich tat? Nein! Schalt ich mich. Er ist eben krank und tickt darum anders, als andere. Außerdem hat er mir ja nichts getan, oder war gar bösartig. Beruhigt stieg ich aus dem Auto und ging in meine Wohnung.Ich verbrachte den nächsten Tag mit Putzen und Waschen und viel zu früh wurde es Donnerstag. Stirnrunzelnd schaute ich mir das Kleid an, welches Albert mir geschenkt hatte und überlegte tatsächlich, ob ich es anziehen sollte. Aber nein! Wenn mich so jemand sehen würde! Die Leute würden ja denken, dass ich total übergeschnappt sei! Albert müsste mich eben so akzeptieren, wie ich bin: mit Hose und Sweati!Ich packte einen Pyjama und Waschzeug ein, da ich meinem Pflegekind ja versprochen hatte, diese Nacht bei ihm zu schlafen. Es passte mir zwar überhaupt nicht in den Kram, aber: versprochen war versprochen!Als ich in die Hofeinfahrt der Familie Hohenberg einfuhr, kam Albert mir schon freudestrahlend entgegen. Ich stieg aus dem Auto aus und er rief unentwegt:“ Isabel! Isabel!“Lächelnd schaute ich mir seine Freude an und freute mich jetzt doch, hier zu sein. Er blickte mich an und meinte dann traurig:“ Isabel trägt nicht Alberts Geschenk. Warum nicht?“Seufzend erklärte ich ihm, dass ich mich in Hose und Sweatshirt einfach wohler fühle. Niedergeschlagen meinte er:“ Aber Isabel sieht Alberts Geschenk viel schöner aus. Aber egal: Albert hat noch viele schöne Kleider für Isabel!“ Mit diesen Worten zog er mich an der Hand ins Haus.Stirnrunzelnd nahm ich seine letzte Äußerung wahr und überlegte schon, wie ich ihm erklären würde, dass ich auch andere Kleider nicht anziehen würde.Frau Hohenberg kam uns entgegen und begrüßte mich freundlich. „Frau Wagner! Wie schön, dass Sie da sind! Sie können sich nicht vorstellen, was ich die letzten Tage mit Albert erlebt habe! Er hat nur von Ihnen gesprochen und ist kaum zur Ruhe gekommen. Sie haben einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen. Darum bin ich jetzt auch wirklich froh, dass Sie wiedergekommen sind. Albert ist außer Rand und Band. Ich habe ihn selten so fröhlich erlebt. Sie sind eine Zauberin!“ Wir standen auf dem Flur der Villa - und zugegeben: es schmeichelte mir, dass mich dieser kleine Fratz so in sein Herz geschlossen hatte und auch seine Mama sehr zufrieden mit meiner Arbeit zu sein schien. Dann brauchte ich wenigstens kein schlechtes Gewissen, wegen des hohen Stundenlohnes haben! Dachte ich mir, während mich mein kleiner Freund nach oben, in sein Zimmer zog.Dort angekommen, öffnete er sofort den Schrank und holte meine Puppe vom vorletzten Tag heraus. Er legte sie mir in den Arm und sagte:“ Puppe hat auf Isabel gewartet, damit sie sie wieder schön anziehen kann.“ Lächelnd nahm ich die Puppe, schaute sie an und sprach zu ihr:“ Hm... wie wollen wir Dich denn nennen?“„Isabel! Isabel!“, rief Albert eifrig aus. Zärtlich schaute ich ihn an. „In Ordnung. Dann nennen wir sie Isabel!“ Ich zog die Puppe aus und suchte im Schrank nach einer neuen Bekleidung.Albert hatte unterdessen, ebenfalls seine Puppe geholt und fing an, diese umzuziehen. Neugierig schaute ich mich im Schrank um, bis ich das passende Kleidchen für Isabel gefunden hatte. Es war weiß und wirkte etwas wie „Oma`s Sonntagsschürze“. So viel Spitze und so blütenrein sah es aus. Liebevoll zog ich es meiner Puppe an und band ihr auch noch das passende Spitzenhäubchen dazu um. Stolz präsentierte ich Alfred meine Puppe. Dieser war ganz aufgeregt und sprang herum. „So schön ist die Isabel! So schön! Meine Isabel soll auch so schön sein!“ Er lief aus dem Zimmer und schweigend blickte ich ihm hinterher. Was hatte er denn jetzt schon wieder vor? Noch ehe ich mich versah, war er wieder da und hielt mir ein Kleid entgegen. Es war ein Duplikat des Puppenkleides, nur in einer Erwachsenengröße. Genervt schaute ich mein Pflegekind an. „Albert. Ich sagte Dir doch schon, dass ich keine Kleider tragen möchte. Es ist total lieb von Dir, aber ich möchte so bleiben, wie ich bin!“Als ich sein enttäuschtes Gesicht sah, tat es mir schon wieder leid. Er konnte es ja nicht verstehen! „Okay! Dann ziehe ich es an. Aber nur noch dieses eine Mal! Verstehst Du?“Glücklich strahlte mich mein kleiner Freund an und fing sofort an, unruhig an meinem Sweatshirt zu zerren.„Langsam, Albert“, ermahnte ich ihn. Schuldbewusst zog er die Schultern ein und hob nun behutsam meinen Pulli an. Ich streckte meine Arme und Albert zog den Pullover über meinen Kopf. Dann öffnete ich meine Hose und er streifte sie über meine Beine ab. Als ich so in Slip und BH vor ihm stand, wurde mir etwas unwohl. Was wäre, wenn Frau Hohenberg plötzlich auftauchen würde und sie diese eigenartige Situation sehen würde?! Ich hatte es kaum zu Ende gedacht, als die Tür aufging und Frau Hohenberg hinein kam. Sie lächelte und ich wäre fast im Erdboden versunken! „Frau Hohenberg ... bitte entschuldigen Sie meinen Aufzug ... aber Albert wollte unbedingt, dass ich das Kleid anziehe!“ Die Schamesröte durchzog mein Gesicht und ich wusste nicht, wohin mit meinen Händen. Alberts Mutter schüttelte den Kopf. „Aber Isabel! Ich darf doch Isabel sagen, ja?“ Ich nickte ihr zu.„Sie müssen sich für nichts erklären oder entschuldigen. Ich kenne meinen Sohn sehr gut und weiß, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, kann man ihn davon nicht mehr abbringen. Sie müssen sich nicht genieren. Ich bin nur zu Ihnen gekommen, um Sie zum Kaffeetrinken einzuladen.“Albert guckte etwas mürrisch und meinte dann zu seiner Mutter:“ Isabel friert. Albert muss Isabel erst anziehen. Dann wir gehen essen.“ Sein bestimmter Ton ließ selbst mich verwundert aufblicken und fragend schaute ich seine Mutter an, in dem Glauben, dass sie ihn jetzt maßregeln würde. Aber nichts dergleichen geschah. Frau Hohenberg meinte nur:“ Du hast ja Recht! Dann zieh die Isabel fein an und dann kommt Ihr Beiden runter, ja?“ Sie ging aus dem Zimmer und schloss die Tür hinter sich.„Isabel muss Schlüpfer und Büstenhalter ausziehen!“Luftschnappend stemmte ich meine Hände in die Seiten. „Albert! Jetzt reicht es aber! Ich lasse meine Unterwäsche an! Und wenn Du möchtest, dass ich dieses Kleid anziehe, dann solltest Du es mir es jetzt anziehen, bevor ich es mir anders überlege und wieder meine Hose überziehe!“ Dieser kleine Frechdachs reizte meine Gutmütigkeit ganz schön aus und bevor ich mein Gesicht vor ihm völlig verlor, setzte ich mich ihm entgegen. „Wenn Isabel nicht Schlüpfer auszieht, Albert nie wieder essen!“ Trotzig hockte er sich auf den Zimmerboden und verschränkte die Arme vor seiner Brust. „Jetzt hört sich jawohl alles auf! Dann isst Du eben halt nix mehr! Wenn Du glaubst, dass Du mich erpressen kannst, bist Du aber schief gewickelt!“ Ich ließ meiner Empörung freien Lauf und machte mich daran, meine Hose wieder überzuziehen. Alberts Atem ging schwer und wurde immer schneller. Er riss seine Augen auf und fing an zu husten. Immer mehr! Bis er fast blau anlief! Er schnappte nach Luft und seinen Bronchien entglitten rasselnde Geräusche.Ich bekam Angst und lief zu Frau Hohenberg hinunter.„Schnell! Frau Hohenberg! Bitte kommen Sie! Ihr Sohn erstickt!“ Ich war voller Panik und rannte die Treppe schon wieder hoch. Albert lag auf dem Zimmerboden und atmete schwer. Das Rasseln der Bronchien war immer noch deutlich zu hören. Als Frau Hohenberg eintrat, kniete sie sich neben ihren Sohn und steckte ihm einen Pumpspray-Aufsatz in den Mund. Dann betätigte sie 3 mal die Pumpe, so dass sich ein feiner Sprühnebel in Alberts Mund ergoss. Er wurde zusehends ruhiger und die Atemgeräusche vernehmbar leiser. Ich stand dort, völlig entsetzt über das Geschehene und wusste nicht, was ich tun sollte. Frau Hohenberg blickte mich warm an und sagte:“ Entschuldigen Sie bitte vielmals, Isabel! Ich vergaß Ihnen mitzuteilen, dass Albert Asthma hat. Bei der geringsten Aufregung fängt er an zu krampfen. Gott sei dank, wirkt das Spray binnen kürzester Zeit, so dass niemals wirklich Lebensgefahr besteht. Ich werde Ihnen so eine Flasche besorgen, damit Sie in solchen Situationen gewappnet sind.“Erleichtert nahm ich ihre Erklärung zur Kenntnis und bemerkte erst jetzt, dass ich immer noch BH und Slip trug. Schmunzelnd meinte ich zu Frau Hohenberg: „Jetzt müssen Sie mich aber entschuldigen: ich bin noch nicht einmal dazu gekommen, mich wieder anzuziehen. Puh! Jetzt habe ich aber wirklich einen Schreck bekommen!“ Ich kniete mich zu Albert hinunter, der jetzt wieder eine gesundere Gesichtsfarbe hatte und lächelte ihn zärtlich an. „Mein kleiner Trotzkopf! Da hast Du mir aber einen Schrecken eingejagt!“ Frau Hohenberg stand auf und sagte:“ Ja, jetzt ziehen sie sich erst einmal an und dann wollen wir Kaffeetrinken, um uns von dem Schreck zu erholen.“ Sie verließ das Zimmer.Albert hatte sich schnell erholt und stellte sich hin. „Isabel muss tun, was Albert sagt. Sonst Albert kriegt keine Luft.“ Betrübt schaute er mich an.Mit schlechtem Gewissen blickte ich ihn an. „Albert ... Ich hatte so eine Angst um Dich! Bitte, lass uns jetzt erst einmal Kuchen essen gehen.“ „Nein! Erst Isabel anziehen!“Meine gutmütige Seite, sowie das schlechte Gewissen, ihn so keuchend provoziert zu haben, ließ mich meinen Slip und BH ausziehen.Albert strahlte über beide Ohren und bat mich hinzulegen. Zähneknirschend legte ich mich auf den Boden und Albert legte etwas Weiches unter meinen Hintern. Das verschloss er und darüber drückte er irgendwelche Druckknöpfe zusammen. Ich lag auf dem Rücken und hatte einfach die Augen geschlossen, um Albert seinen Frieden zu geben. Als ich jetzt an mich hinunterblickte, sah ich, dass er mir eine Windel mit einer Plastikhose angelegt hatte.Empört raffte ich mich auf und rief:“ Albert! Nein! Das geht zu weit!“ Aber mein kleiner Freund hatte schon das Kleid über meinen Kopf gezogen und umständlich steckte ich meine Arme durch die Öffnungen. Er verschloss es am Rücken mit einem Reißverschluss und stellte sich dann vor mich hin. Seine Augen glänzten vor Freude und liebevoll schloss er mich in seine Arme. „Isabel! Meine Isabel!“Man konnte diesem Plagegeist einfach nicht böse sein, auch wenn mir ganz deutlich bewusst war, in welch subtiler Situation ich mich befand! Kritisch schaute ich an mich herunter und fühlte mich ziemlich lächerlich. Der Kleidsaum reichte bis zu meinen Knien und stand ein wenig ab. Das Oberteil war ähnlich einem Trägerkleid und ich fröstelte.„Isabel friert! Albert holt Bluse.“ Er öffnete den Schrank und zog eine transparente, weiße Bluse hervor. Die Träger des Kleides schob er zur Seite und stülpte mir die Bluse über den Kopf. Ich streckte meine Arme in die Blusenärmel und Albert zog die Bluse hinunter. Auch diese verschloss er im Rücken. Darüber zog er wieder die Träger des Kleides. Außerdem band er ein weißes Satinband um meine Taille. Als ich so vor ihm stand, fiel mir auf, dass meine Finger sich eingeengt fühlten. Ich blickte auf meine Hände und sah, dass sie in, in der Bluse integrierten Fäustlingen steckten. Erschreckt sah ich Albert an! „Albert! Was ist das denn jetzt? Zieh die sofort aus!“Ich konnte mir die Bluse nicht selbständig ausziehen, da mich die Fäustlinge daran hinderten. Doch mein Pflegekind, der mich um mindestens einen halben Kopf überthronte, nahm mich freudestrahlend an die Hand und zog mich nach unten in den Essraum der Familie. Ich schämte mich in Grund und Boden! Was würde Frau Hohenberg nur denken, wenn sie mich in diesem Aufzug sah?! Albert zog mich zum Esstisch und wies mir einen Platz zu. Peinlich berührt, setzte ich mich an den Tisch und traute mich kaum, aufzublicken. Mein Freund setzte sich neben mich und schaute mich die ganze Zeit voller Stolz an. Er hielt meine Hand und flüsterte immerzu:“ Meine Isabel.“Als Frau Hohenberg in den Raum kam, fing ich sofort an zu erklären. „Frau Hohenberg! Es ist mir wirklich entsetzlich peinlich, dass ich hier so herumlaufe. Doch Ihr Sohn besteht drauf und ich wollte ihm diesen Gefallen tun. Ich hatte keine Lust, noch einmal Bekanntschaft mit einem Panikanfall zu bekommen und habe mich so von ihm einkleiden lassen.“ Beschämt schaute ich zu Boden.„Aber Isabel! Es ist alles in bester Ordnung! Ich freue mich doch, dass Albert sie so mag. Sie glauben gar nicht, wie schön es ist, wenn man sein Kind so ausgelassen sieht! Er ist glücklich – und darauf kommt es an! Sie werden sich hier schon noch gut einleben und an alles gewöhnen.“ Ich stutzte. Wie hat sie das denn gemeint? Gut einleben? An alles gewöhnen? Ich hatte nicht vor, hier einzuziehen! Irritiert schüttelte ich den Kopf. Ich hatte mich bestimmt verhört und machte mich nun hungrig an den Kuchen.Aber ich hatte vergessen, dass um meine Hände die Fäustlinge waren und klirrend viel das Greifbesteck auf den Tisch zurück, nachdem ich es versucht hatte zu packen.Ärgerlich blickte ich Albert an. „Albert! Nimm mir bitte diese Handschuhe ab! Ich kann so nicht essen!“Albert schaute mich mit diesem naiven Gesichtsausdruck an und antwortete:“ Albert füttert Isabel! Sie wie richtiges Baby! Isabel, Alberts Baby!“ Grimmig erwiderte ich:“ Nein, Albert! Ich möchte alleine essen! Bitte nimm die Fäustlinge ab!“ „Tun Sie ihm doch bitte den Gefallen!“, mischte sich Frau Hohenberg ein. „Sonst ist Albert immer auf Hilfe angewiesen und jetzt darf er sich das erste Mal um jemand anderes kümmern. Würden Sie es bitte zulassen? Ihm zuliebe ...“ Meine Arbeitgeberin verstand es, genau wie ihr Sohn, mich um den kleinen Finger zu wickeln und widerstandslos ließ ich meine Hände auf den Schoss gleiten, um mich von meinem Pflegekind füttern zu lassen. Albert griff sofort beherzt zu einem Löffel, brach ein Stück Kuchen damit ab und führte ihn zu meinem Mund. Bereitwillig öffnete ich meinen Mund und kaute den Kuchen. Hm! Lecker! Quark-Sahne! Mein Lieblings-Kuchen! Dachte ich, während Albert schon den zweiten Löffel parat hielt. Ob nun beabsichtigt oder nicht: der Löffel war eh viel zu voll gehäuft und es musste nur alles daneben gehen! Der Kuchen verteilte sich gleichmäßig auf meinem Schoss und ertappt schaute ich Frau Hohenberg an.„Das macht doch nichts! Das Kleid können wir waschen!“ Sie rief die Haushälterin, die sich sofort daran machte, den Kuchenfleck mit einem Tuch sauber zu wischen. Ich fühlte mich total hilflos: diese Haushälterin, die mich sauber putzte, Albert, der mich fütterte, meine verhüllten Hände - eben alles!Albert hatte in der Zwischenzeit ein weißes Tuch geholt, welches er mir jetzt im Nacken zuband. Dieses Tuch war ein Lätzchen! „Oh nein! Nicht das auch noch, Albert ... Bitte!“ Flehentlich schaute ich ihn an. Frau Hohenberg lächelte mir aufmunternd zu und deutete mir an, es geschehen zu lassen.Widerstrebend hielt ich meinen Unmut zurück und ließ mich weiterhin von Albert füttern. Er war so versunken in seiner Aufgabe und konzentrierte seine volle Aufmerksamkeit nur auf mich! Ich konnte ihn doch nicht enttäuschen! Er war mir schon so ans Herz gewachsen, so dass ich ihn mit liebevollem Blick anschaute. Dieser berührte sanft meine Wange und meinte:“ Liebe Isabel!“    Als die Esszimmertür erneut aufging, erwartete ich die Haushälterin, die den Tisch abräumen würde. Doch ein elegant gekleideter Mann, etwa Mitte sechzig betrat den Raum und gab Frau Hohenberg einen Kuss auf die Wange.Ah! Das war wohl Herr Hohenberg! Dachte ich mir, während Albert das letzte Stückchen Kuchen in mein Mund geführt hatte. Albert sprang vom Stuhl auf und lief seinem Vater in die Arme. „Papa! Guck mal! Isabel! Meine Isabel! Isabel, mein Baby! Guck! Albert füttert Isabel!“ Albert war völlig außer Rand und Band und tanzte um seinen Vater herum.Herr Hohenberg trat auf mich zu und reichte mir die Hand. „Hallo Isabel! Mein Name ist Peter Hohenberg. Ich freue mich, Sie hier in unserem Haus begrüßen zu dürfen und hoffe, dass Sie sich gut einleben werden!“ Ich streckte ihm meine Hand entgegen und vergaß, dass sie ja nicht frei beweglich war. Herr Hohenberg nahm meine Hand und schüttelte sie herzlich. Dass meine Hand in einem Fäustling verhüllt war, schien ihn nicht weiter zu irritieren. Nervös zwinkerte ich mit den Augen, ersparte mir aber eine Erklärung für meine Kleiderwahl. Irgendwie verursachte dieser Mann ein komisches Gefühl in mir, welches ich nicht näher erklären konnte. Alberts Vater setzte sich zu uns an den Esszimmertisch und fragte interessiert nach meinem Alltag.Ich antwortete:“ Ich arbeite seit 3 Jahren in einem kleinen Ingenieur-Büro und mache dort die Büroarbeiten. Nichts außergewöhnlich Herausforderndes und auch nichts außergewöhnlich gut Bezahltes! Darum habe ich mich auch um einen Nebenjob gekümmert, um mir etwas mehr Luxus gönnen zu können. Die Hauswirte und die Versicherungen werden immer teurer!“, erklärte ich. „Ganz böse Leute!“, fügte ich schmunzelnd hinzu.„Beim Studieren der Inserate bin ich dann auf Ihre Anzeige gestoßen und fühlte mich gleich angesprochen. Zum Glück hat Albert mich sofort in sein Herz geschlossen – und ich ihn in meins. Ich habe mit Ihrer Frau ausgemacht, dass ich zweimal die Woche für 4 Stunden zu Ihnen komme. Dann habe ich noch genügend Zeit für meine Freizeit und meine Freunde.“Aufmerksam hörte er mir zu und meinte:“ Das ist ja sehr schön, dass Sie sich diesen ganzen Stress in Zukunft nicht mehr antun müssen. Und wir freuen uns, dass Albert so eine nette Spielgefährtin bekommen hat. Er ist ja wirklich ganz begeistert! Haben Sie sich denn schon Ihr Zimmer angeschaut?“Verwirrt blickte ich ihn an. „Wie bitte?“ Diese Leute waren irgendwie merkwürdig. Was meinte er denn damit, dass ich mir in Zukunft diesen Stress nicht mehr antun müsse? Und was für ein Zimmer?!„Na – meine Frau erzählte mir, dass Sie heute Nacht hier verbringen werden. Und darum haben wir ein Zimmer für Sie hergerichtet, bzw. hat Albert ein Zimmer für Sie herrichten lassen“, erklärte mir der Hausherr.„Ach so!“ Erleichtert atmete ich auf. Jetzt reiß Dich mal zusammen, Isabel! Du hörst hier die Flöhe husten! Hier ist alles in Ordnung, ermahnte ich mich. „Da sind wir bislang noch nicht zu gekommen. Albert hat uns heute gut in Schacht gehalten. Nicht wahr, Albert?“ Augenzwinkernd blickte ich mein Pflegekind an. Dieser erwiderte meinen Augenaufschlag nicht und wurde zusehends nervöser. „Was ist denn los, Albert? Warum bist Du denn so zappelig?“, fragte ich ihn.„Albert will Isabel Zimmer zeigen. Jetzt!“ Fahrig stand er vor mir und zog mich ungeduldig empor. „Bitte entschuldigen Sie ...“ „Ist schon in Ordnung! Wir können uns ja später noch unterhalten.“ Herr Hohenberg nickte mir zu und wandte sich seiner Frau zu. Albert zerrte mich nach oben in das Zimmer neben seinem Kinderzimmer und öffnete die Tür. Vor mir lag ein perfekt eingerichtetes Gästezimmer, welches sich aber deutlich von herkömmlichen Zimmern abhob: Die Grundfarbe der Zimmerwände war rosa und das Bett hatte einen tüllverhangenen Himmel. Überall waren Teddybären im Zimmer verteilt und in einer Zimmerecke stand ein Laufstall. In der anderen ein kieferfarbener Bauernschrank, der als einziges Möbelstück, „normal“ wirkte in diesem Raum. „Gefällt Isabel das?“ Eifrig schaute Albert mich an. „Hat Albert ausgesucht! Nur für Isabel!“„Naja...“, murmelte ich,“ ... ist ja nur für eine Nacht.“ Ich ignorierte den Laufstall, da ich keine Erklärung für dieses recht geräumige Teil hatte und wollte mich auf den Weg zurück ins Esszimmer machen.Doch mein kleiner Freund hatte andere Ideen! „Isabel, bitte einmal ins Bett legen. Bitte!“ Seine großen Augen überzeugten mich und lächelnd ließ ich mich auf das Bett fallen.„Isabel, Augen zu machen. Albert Überraschung!“Mit gespielter Erschöpfung liess ich mich auf das Bett fallen, schloss die Augen und fragte mich, was er wohl schon wieder aushecken würde.Albert schob meine Beine hoch und runter und steckte meine Arme durch etwas. Dann hörte ich das surrende Geräusch eines Reißverschlusses. Ich öffnete meine Augen und sah noch, wie Albert am Fußende den Reißverschluss schloss. Erschreckt bäumte ich mich auf und wurde sofort ruckartig wieder nach hinten gerissen. Ich steckte in einem Schlafsack, dessen Seiten mit starken Schlaufen verstärkt, an den flachen Gitterstäben, die ich vorher nicht gesehen hatte, befestigt waren. Ich konnte mich nicht aufrichten, da die Schlaufen recht kurzgehalten waren. „Albert! Was tust Du denn da? Mach mich sofort los! Sofort!“ Ich wurde wütend und zeitgleich bekam ich etwas Angst. Dieser Schlafsack und die Fäustlinge nahmen mir meine komplette Bewegungsfreiheit und kritisch nahm ich zur Kenntnis, dass der Schlafsack am Fußende von Albert mit einem Schloss gesichert war. „Jetzt Isabel ist sicher! Vor bösen Menschen! Albert wird auf Isabel immer aufpassen!“ Sein Gesichtsausdruck war entschlossen und ernst. Ich musste mich zusammen reißen, um nicht in Panik zu verfallen! „Lieber Albert ... mein kleiner süßer Albert ... mach bitte den Schlafsack auf, damit wir Beiden weiter spielen können. So kann die Isabel doch gar nicht mit Dir spielen.“ Ich versuchte ihn in kindlichem Ton zu belullen und hoffte, dass er mich dann befreien würde.Doch Albert schaute mich nachdenklich an. „Isabel nicht so laut sein. Sonst böse Leute kommen und Isabel hören.“Ich schüttelte den Kopf. „Was redest Du denn da für ein dummes Zeug? Hier sind keine bösen Leute! Albert, mach mich jetzt los!“ Meine Unruhe nahm zu und ich zerrte zunehmend an dem Schlafsack. Schnell musste ich feststellen, dass dieser bombenfest hielt und kein Entfliehen möglich machte. Mein einziger Trost war, dass sich Alberts Eltern unten aufhielten und mir im Notfall zur Hilfe eilen konnten.„Isabel leise sein – sonst böse Leute kommen! Sofort!“ Sein Tonfall wurde zunehmend lauter und mein Herz fing an zu rasen!Oh Isabel! Auf was hast Du Dich da nur eingelassen? Dachte ich noch, als Albert plötzlich neben mir stand, meine Nase zuhielt, ich luftschnappend den Mund öffnete und er mir etwas Weiches in den Mund steckte. Schnell verschloss er es an meinem Hinterkopf und panisch realisierte ich, dass ich einen Schnuller im Mund hatte!„Alberck! Bicke!“ Atemlos versuchte ich ihm verständlich zu machen, dass ich mit dieser Behandlung nicht einverstanden war und er mich losbinden sollte. Aber er war schon damit beschäftigt, meine Handgelenke an den Schlaufen des Schlafsackes zu fixieren. Heftig zerrte ich an meinen Fesseln und musste schnell erkennen, dass es keinen Sinn hatte!Mein Pflegekind war unterdessen aus dem Zimmer gegangen, um kurz darauf mit seinen Eltern wiederzukommen.Die wirkten noch nicht einmal überrascht, mich so vorzufinden und hörten sich bedachtsam die Erklärungen ihres Sohnes an.„Isabel hier sicher! Hier keine bösen Leute! Isabel leise sein, damit böse Leute nicht herkommen. Albert hat Isabel Schnuller gegeben, damit Isabel ruhig ist.“ Herr Hohenberg trat an mein Bett und sprach bedächtig:“ Hier sind Sie sicher, Isabel. Hier wird Ihnen niemand etwas zu leide tun. Albert wird gut auf Sie aufpassen! Die bösen Leute werden hier niemals hinkommen dürfen! Dafür werden wir alle sorgen.“ Auch Frau Hohenberg trat jetzt an mein Bett, schaute auf mich hinab und lächelte sanft. „Ja, Isabel. Hier werden Sie beschützt. Die bösen Leute werden nie herausfinden, wo Sie sind. Und hier sind Sie in Sicherheit.“Fassungslos starrte ich die Beiden an. Was reden die denn da? Was denn für böse Leute? Erneut zerrte ich an den Fixierungen, um den Dreien klar zu machen, dass ich aufstehen wollte! Albert stellte sich ans Bettende und meinte:“ Böse Leute – Hauswirte... Versicherungen... Hier nicht! Hier ist Albert und passt auf Isabel auf!“ Er stand wie ein Ritter vor meinem Bett und war davon fest überzeugt, mich beschützen zu müssen!Ich rollte die Augen zum Himmel! DAS meinte er mit „bösen Leute“. Als ich eben bei Tisch von den Aasgeiern sprach, die jährlich die Miete und Krankenversicherungen erhöhten. Aber das war doch nur ein Scherz! Wollte ich sagen. Doch der Schnuller hinderte mich daran. Wenn Albert das falsch verstanden hatte, konnte ich es ja noch verstehen. Aber die Hohenbergs mussten doch wissen, wie man über solche Abgaben sprach. Sie waren nun mal da und mussten bezahlt werden. Davor mussten sich mich doch nicht schützen! „Bicke! Gas war goch ngua eing scherch!“ Es ging nicht! Dieses Kauderwelsch konnte niemand verstehen. Seufzend erkannte ich meine irrwitzige Situation und hoffte auf ein Einsehen der Erwachsenen.Frau Hohenberg lehnte sich über mich, schaute mir tief in die Augen und sagte:“ Isabel. Hab keine Angst. Die bösen Leute werden niemals herausfinden, wo Du bist. Du bist in Sicherheit!“ Sie strich mir sanft eine Haarsträhne aus meinem Gesicht und lächelte mich besänftigt an. Ich schüttelte entnervt den Kopf. „Aba neing! Üch habe keinge angsk! Bicke! Macheng fie mich loss!“ Mein Gestik und Gezeter zeigte deutlich, dass ich nicht daran interessiert war, mich von der Familie Hohenberg beschützen zu lassen. Doch schon meinte Herr Hohenberg:“ Es gibt keinen Grund, sich aufzulehnen, Isabel. Hier wird es Dir sehr gut gehen und an nichts fehlen. Albert wird schon dafür sorgen. Du kannst Dich ganz beruhigt fallen lassen und wir werden Dich auffangen! Aber jetzt wirst Du erschöpft sein und schlafen wollen. Albert! Sag Deinem Baby: gute Nacht.“ Albert drängte sich freudestrahlend zwischen seine Eltern, drückte mir einen feuchten Kuss auf die Stirn und sagte:“ Baby jetzt schlafen! Albert aufpassen!“Mit diesen Worten verließen die Drei das Zimmer und schlossen die Tür hinter sich.Das konnte doch nur alles ein schlechter Scherz sein! Dachte ich panisch und wartete auf die Rückkehr der Hohenbergs. Doch es tat sich nichts. Okay! Jetzt konnte ich an der Situation nichts ändern, doch morgen früh würde ich sofort dieses Haus verlassen, nahm ich mir vor und schlief ein.  Ich lief durch den Garten und versuchte an den Bäumen vorbei zu laufen. Doch die Äste hielten mich zurück. Immer wieder schlungen sie ihre Astarme um meinen Bauch und zerrten mich in den Garten zurück. Orientierungslos rannte ich durch die Parkanlage. Angsterfüllt und außer Atem sah ich dann das Haus. Herr Hohenberg stand auf der Terrasse und breitete seine Arme aus. Ich lief auf ihn zu, um ihn umzuwerfen; er jedoch stand fest wie eine Eiche und hielt mich mit seinen kräftigen Armen fest. Ich wehrte mich und versuchte aus seiner Umarmung zu entkommen. Kratzen, Beißen, Treten ... alles vergebens! Unbeirrt lächelte er mich an, ohne seine Umarmung zu lösen. Verzweifelt heulte ich auf und öffnete die Augen! Ich lag in meinem Bett und der Schlafsack hielt mich, genau wie die unbestechliche Umarmung von Herrn Hohenberg, fest. Mein Kopfkissen war feucht und mein Atem flach und kurz. Es war ein Traum! Schluchzend erkannte ich, dass ich noch immer im Haus der Hohenbergs, fixiert im Bett lag und der Traum nur das Ergebnis meiner Gefangenschaft ausdrückte. Es war schon hell und die Sonne schien in mein Zimmer. Leider konnte ich nicht aufstehen, um in den Garten zu schauen. Als sich die Zimmertür öffnete, erschrak ich. Albert kam hinein und trat gutgelaunt an mein Bett. „Isabel wach! Isabel fein geschlafen? Jetzt Baby frühstücken!“ Er zog ein Nuckelfläschchen mit Milch hervor und steckte es, nachdem er den Schnuller gelöst hatte, in meinen Mund. Unfähig mich zu wehren, sog ich vorsichtig an der Flasche mit der warmen Milch. Albert setzte sich auf den Bettrand und guckte mich zufrieden an. Sobald er mich losgebunden hat, bin ich hier weg! Nahm ich mir vor und saugte das Fläschchen leer. Als er es auf den Nachttisch stellte, versuchte ich erneut, ihn davon zu überzeugen, mich frei zu lassen.„Albert. Mein lieber Albert. Lass die Isabel jetzt frei. Ich komme doch am Dienstag wieder. Und die bösen Leute sind nicht da – die sind nämlich gar nicht böse. Das war nur eine Redensart!“ Ich blickte ihn sanft an und hoffte auf sein Einsehen.Albert war damit beschäftigt, das Schloss des Schlafsackes zu öffnen, als er plötzlich inne hielt. „Isabel nicht zurück. Isabel hier zu Hause!“ Er zog den Reißverschluss bis zum Bauchnabel auf und befühlte meine Windel. Erschreckt und beschämt kniff ich meine Schenkel zusammen! „Albert! Was tust Du denn da?“„Albert guckt, ob Babys Windel voll ist. Isabel hat noch nicht voll gemacht. Dann Albert warten.“ Er schloss den Reißverschluss erneut und setzte sich wieder auf den Bettrand.„Albert immer aufpassen, auf Baby. Isabel, Alberts beste Freundin!“ Bestimmt nickend unterstrich er seine Worte. „Albert sehr glücklich!“Frustriert schüttelte ich den Kopf. „Nein, Albert! Isabel ist nicht Dein Baby! Ich bin Deine Freundin – okay – aber nicht Dein BABY! Versteh das doch endlich!“ Er schien gedanklich weit weg zu sein, denn er reagierte nicht auf meine Worte. „Albert ... Albert ... Hör mir doch zu! Du musst mich gehen lassen! Mir passiert wirklich nichts!“ Geistesabwesend schaute er mich an und meinte:“ Albert mit Isabel nach unten gehen.“ Mit diesen Worten löste er die Schlaufen des Schlafsackes von den niedrigen Gitterstäben und ich konnte mich aufrichten. Gehen konnte ich mit diesem Sack immer noch nicht und meine Arme, waren nach wie vor, an dem Schlafsack fixiert. Hilfesuchend guckte ich ihn an und sagte:“ Du musst den Schlafsack öffnen, sonst kann ich nicht gehen.“ Nachdenklich blickte er mich an und löste zunächst die Handgelenks-Fixierungen. „Ja ... So Isabel kann krabbeln. Wenn Isabel krabbelt, können böse Leute sie nicht sehen. Gut so!“ Erfreut über seine Idee, klatschte er in die Hände.„Aber Albert ... Nein! Ich krabbele nicht!“ Doch Albert hatte mich schon aus dem Bett gezogen. Ich stand vor ihm und versuchte einen Schritt nach vorne zu machen. Der Schlafsack jedoch hatte es nicht vorgesehen, darin zu gehen und ich fiel vornüber. Ärgerlich sagte ich:“ Jetzt schau! Ich kann so nicht gehen!“Albert erwiderte:“ Isabel krabbeln, Albert gesagt!“ Er ging zur Zimmertür, öffnete sie und wartete darauf, dass ich zu ihm kroch.Wütend blickte ich ihn auf allen Vieren, von unten herauf an! „Albert ... öffne jetzt sofort den Schlafsack! Es ist jetzt wirklich nicht mehr lustig!“ Er trat auf mich zu und musterte mich eingehend. „Isabel nicht krabbeln? Hm ... Dann Isabel braucht Leine.“ Und er öffnete den Schrank und zog ein Brustgeschirr, wie man es von Babys, die nicht aus dem Kinderwagen fallen sollten kannte, hinaus. Mit großen Augen starrte ich ihn an und rief:“ Niemals! Du wirst mir das nicht anlegen!“Doch Albert schritt unbeirrt auf mich zu und legte mir das Geschirr um den Oberkörper an. Ich wehrte mich, doch konnte ich kaum etwas ausrichten. Er war viel kräftiger als ich und außerdem konnte ich mich durch den Schlafsack nur bedingt bewegen. Als er die Schnallen des Brustgeschirrs im Rücken geschlossen hatte, befestigte er eine Leine am Rücken und zog stramm daran. Ich musste ihm, wohl oder übel, folgen. Mühsam kroch ich auf allen Vieren hinter ihm her, wobei sich der Schlafsack ständig zwischen meinen Beinen verschlang und mich am Weiterkriechen hinderte. Die Treppe war ein weiteres Handicap. Unschlüssig saß ich davor und wusste nicht, wie ich hinunter kriechen sollte, ohne kopfüber zu fallen. Albert stand schon auf der obersten Stufe und zog nun ungeduldig an der Leine. „Isabel langsam Treppe runter kriechen.“ Scherzkeks! Dachte ich noch und ließ mich langsam, die Füße voran, die Treppe hinunter rutschen. Unten angekommen war ich stinksauer und wollte meinem Pflegekind den Marsch blasen! Doch dieser zog schon fest an der Leine und ärgerlich kroch ich hinter ihm ins Esszimmer her. Als ich die Hohenbergs am Tisch sitzen sah, keimte Hoffnung in mir auf. „Bitte! Frau Hohenberg! Herr Hohenberg! Bitte sagen Sie Albert, dass er mich losmachen soll! Schauen Sie mich an: ich kann mich gar nicht rühren!“ Flehentlich hoffte ich auf Erlösung.Herr Hohenberg stand auf und hob mich wortlos auf einen Stuhl, der gestern noch nicht da stand. Es war ein Hochstuhl; allerdings war dieser groß genug, um Platz für mich darauf zu finden! Albert befestigte die Leine an diesen Stuhl und setzte sich dann neben mich an den Tisch.Ungläubig starrte ich Herrn Hohenberg an. „Aber ... Herr Hohenberg! Was tun Sie denn da? Sie müssen mich doch gehen lassen! Bitte!“ Inzwischen rollten Tränen meine Wangen hinunter und ich bekam wirklich Angst. Alberts Vater schaute mich ruhig an und meinte dann:“ Isabel, hör doch bitte mit dem Gezeter auf. Du wirst hier von uns beschützt und dafür müssen wir Dich dementsprechend halten, so dass wir immer wissen, wo Du bist und was Du tust. Es wird Dir sehr gut gehen und Albert wird Dir ein guter Freund sein. Er wird auf Dich aufpassen, so dass keine bösen Leute mehr an Dich herantreten können. Und davor hast Du doch Angst, oder? Vor den bösen Leuten, nicht wahr?! Das hast Du uns gestern noch gesagt. Und da wir Dich sehr gern haben, nehmen wir Deine Worte ernst! Und nun: lasst uns essen!“ Er wand sich seinem Frühstück zu und ich saß ihm mit geöffnetem Mund gegenüber. Der hatte doch komplett den Verstand verloren! In meinem Kopf überschlugen sich die Bilder und ich konnte keinen klaren Gedanken fassen! Bleib jetzt ganz ruhig, Isabel! Ermahnte ich mich und fing ganz leise an zu sprechen:“ Herr Hohenberg ... Ich werde Sie nun noch einmal bitten, mich aus diesem Stuhl zu befreien. Was Sie hier tun, ist Freiheitsberaubung und ich benötige Ihren Schutz nicht. Ich komme sehr gut alleine zurecht und habe auch keine Angst vor „bösen Leuten“! Das war doch nur ein zynischer Ausdruck für die höher werdenden Kosten. Und das wissen Sie auch! Warum drehen Sie mir die Worte im Mund herum? Jetzt machen Sie mich bitte frei, bevor ich andere Schritte einleiten muss.“ Mein Ton war sehr freundlich, mit der nötigen Strenge im Unterton. Herr Hohenberg hatte mich aussprechen lassen und blickte mich nun interessiert an. „Du möchtest andere Schritte einleiten?“ Schmunzelnd lehnte er sich zurück. „Dann erkläre mir doch bitte, welche Schritte das sind!“ Ich fühlte mich so unsagbar lächerlich in meiner misslichen Lage! Ja! Was sollte ich schon für Schritte unternehmen? Ich saß fixiert in einem Hochstuhl und konnte mich keinen Zentimeter weit bewegen! Sein Spott entging mir nicht und trotzdem wollte ich nicht klein beigeben! Es musste doch möglich sein, hier zu entkommen! Dachte ich mir, während ich erneut anfing zu reden:“ Sie haben natürlich vollkommen Recht, dass ich in meiner jetzigen Situation gar nichts ausrichten kann. Aber ich habe viele Freunde, die mich schon heute sehr vermissen werden. Und diese wissen, dass ich hier bei ihnen im Haus bin. Nun werden Sie doch vernünftig und lassen mich gehen! Das hat doch eh keinen Zweck! Über kurz oder lang, würden sie mich eh hier finden!“ Ich appellierte an Herrn Hohenbergs Verstand und malte mir gute Chancen aus.Herr Hohenbergs Stirn lag in nachdenklichen Falten und er meinte: „Ja, da hast Du allerdings Recht! Die Möglichkeit, dass Dich hier jemand aufsuchen wird, ist recht groß.“ Nachdenklich rieb er seinen Zeigefinger an der Nase hoch und runter. „Die bösen Leute werden hierher kommen und Dich uns wegnehmen wollen.“ Albert sprang vom Tisch auf und stellte sich hinter mich. Er schlang seine Arme um meinen Oberkörper und schrie:“ Nein! Nicht wegnehmen! Isabel mein!“ Frau Hohenberg zog Albert liebevoll auf seinen Stuhl zurück und sagte:“ Nein, mein Kind. Niemand wird uns Isabel wegnehmen! Das wird der Papa schon verhindern. Wir werden uns eine Weile zurückziehen und Isabel als Kindermädchen mitnehmen.“ Glücklich strahlte Albert seine Mutter an. „Ja, Isabel bei Albert bleiben!“ „Selbstverständlich werden wir Dir das großzügig vergüten und ein Konto für Dich einrichten“, fuhr Herr Hohenberg seine Erläuterungen fort. „Damit auch Deine Freunde sehen, dass Du uns eigenständig begleitest, wirst Du Ihnen gleich telefonisch mitteilen, dass Du einen längeren Auslandsaufenthalt mit uns eingeplant hast und noch nicht weißt, wann Du zurückkehren wirst.“Ich platzte ihm ins Wort:“ Das können Sie knicken! Ich rufe niemanden an! Vergessen Sie es!“ Ich haute meine Hände auf den kleinen Tisch am Hochstuhl und schnaubte wie ein Raubtier! „Nein! Nein! Nein! Das dürfen Sie nicht tun!“ Verzweiflung machte sich breit und ich heulte erneut los.„Wenn Du nicht anrufst, ist das auch nicht weiter tragisch. Dann werden wir für Dich anrufen und es Deinem Freund erklären.“Ich stutzte! Wieso meinem Freund? Ich sprach doch von mehreren! Tatsächlich hatte ich es wirklich nur dem einen gesagt, den ich im Café getroffen hatte. Aber das konnten die doch nicht wissen! „Wir werden ihm die Vollmacht über Dein Konto geben. Dann wird er keine Fragen stellen.“ Zufrieden lächelnd, über sein Vorhaben, nickte Herr Hohenberg zustimmend mit dem Kopf. Mir blieb die Spucke weg! Das gibt es doch gar nicht! Ich malte mir aus, wie Hohenbergs bei ihm anriefen und überlegte, was mein Bekannter sich dabei denken würde. Klar! Er sagte, dass die Familie zwar merkwürdig sei. Wenn er aber ein gut gefülltes Konto sähe, welches für meine „Dienste“ angelegt wurde, würde er keinen Zweifel haben, dass ich nicht freiwillig mitgegangen wäre und würde alles auf sich beruhen lassen. Warum sollte er dann auch Bedenken haben?! Aber was war mit meiner Wohnung und meinem Job? Spätestens nächste Woche würde mein Chef anrufen und fragen, wo ich bliebe! Genau diese Gedanken schilderte ich freudig Herrn Hohenberg! Jetzt hatte ich ihn! Gaunerisch blickte ich ihn an.Plötzlich schellte es an der Haustür! Erfreut blickte ich die Familie an und meinte:“ So! Und jetzt werde ich hier rausgeholt!“Herr Hohenberg stand schnell auf, zog mich aus dem Hochstuhl hinaus und setzte mich in einen Laufstall, der auch erst seit heute dort stand. Er war gerade mal groß genug, dass ich mich mit gestreckten Beinen hineinsetzen konnte und mit flinken Fingern befestigte er die Leine des Laufgeschirrs an den Gitterstäben. „Hilfe!“ Schrie ich. Was sollte das denn jetzt werden? Noch ehe ich weiter überlegen konnte, stopfte Frau Hohenberg mir einen Schnuller in den Mund, verschloss ihn am Hinterkopf und zog mir eine weiße Rüschenhaube über den Kopf. Die Borde des Häubchens war so breit, dass es fast mein komplettes Gesicht verdeckte! Irritiert und überrascht fing ich zu strampeln an. Ich konnte mich zwar innerhalb des Laufstalles frei bewegen, aber der Schlafsack, das Brustgeschirr, die Fäustlinge und der Schnuller hielten mich total gefangen! Erschreckt stellte ich fest, dass mich so niemand erkennen konnte!Als das Hausmädchen einen Herrn in das Esszimmer führte, durchfuhr es mich wie ein Blitz! Das war doch mein Hauswirt! Ich blinzelte durch die Spitze des Häubchens und versuchte auf mich aufmerksam zu machen! „Hea Fmick! Bicke! Helfeng chi mia!” Nervös riss ich am Brustgeschirr und versuchte mich vergeblich zu befreien.Herr Schmidt trat in das Esszimmer und reichte Herrn Hohenberg freundlich die Hand. Er schaute kurz zu mir hinüber und fragte:“ Ach – ich dachte, dass Sie nur einen Sohn haben. Dass Sie auch ein Mädchen haben, ist mir neu. Naja - die Leute erzählen eben nicht alles. Dann muss die Frau Wagner auf beide Kinder aufpassen?“Fassungslos hörte ich seine Frage! Er erkannte mich nicht! Wie auch?! In diesem Aufzug hätte mich noch nicht einmal meine eigene Mutter erkannt! Wie sollte mich dann mein Hauswirt, der mich vielleicht 4-5 mal im Jahr sieht, erkennen?!Mich verließ der Mut. Hoffnungslos kauerte ich in dem Ställchen und beobachtete schluchzend die makabere Situation.„Ja. Das ist unser Mädchen.“ Erklärte Herr Hohenberg. „Allerdings ist sie sehr scheu und hat Angst vor fremden Leuten. Darum weint sie, wenn wir Gäste haben. Das ist auch der Grund, warum wir sehr zurückgezogen leben. Aber wir kommen damit sehr gut zurecht. Wenn es Sie nicht stört, werden wir hier sitzen bleiben. Sie wird sich schon beruhigen.“ Er bot Herrn Schmidt einen Platz an und sie fingen an, über das eigentliche Thema zu sprechen. „Also. Frau Wagner wird die nächsten Monate mit Ihnen verreisen? Habe ich das so richtig verstanden?“ Herr Schmidt schaute Herrn Hohenberg fragend an.„Ja. Das ist richtig.“ Erwiderte dieser. „Und da stellte sich natürlich das Problem der Wohnung. Darum haben wir Sie hergebeten. Es wäre natürlich völlig überflüssig, die Wohnung weiter anzumieten. Daher möchten wir mit Ihnen eine Lösung finden. Wir könnten Ihnen eine Abschlagszahlung von 2 Monatsmieten anbieten. Sie könnten die Wohnung natürlich umgehend weiter vermieten und müssten die Zeit nicht abwarten“, erklärte Herr Hohenberg.Ungläubig hörte ich zu! Das konnte er doch nicht machen! Darauf wird sich der alte Schmidt nie einlassen! Ich zerrte an meinem Brustgeschirr und schrie durch den Schnuller:“ Ngeing! Ngich Hea Fmick!” Niemand hätte diese undeutlichen Wortstücke verstehen können! Nur ich wusste, was es heißen sollte. Nur hatte ich davon in diesem Moment rein gar nichts!Herr Schmidt blickte zu mir hinüber und fragte dann vorsichtig:“ Sind Sie sicher, dass es gut ist, wenn wir hier bleiben? Ich habe das Gefühl, dass ihre Tochter durch meine Anwesenheit sehr unruhig und aufgebracht ist.“„Machen Sie sich keine Sorgen!“ Frau Hohenberg stand auf und trat an den Laufstall. „Unser Mädchen ist müde und wir werden uns gleich, wenn Sie gegangen sind, um sie kümmern.“ Sie tätschelte meine Wange, was mich noch wütender werden ließ und fahrig wütete ich in meinem Laufstall herum. Herr Schmidt hatte sich seinem Gesprächspartner wieder zugewandt und meinte:“ Wo ist denn die Frau Wagner? Ich habe sie noch gar nicht gesehen!“„Aba üch bing goch fia!“, rief ich ihm zu, doch seine Reaktion verriet mir, dass er mich eh nicht verstand. „Sie ist schon mit unserer Haushaltshife vorgefahren, um sich vor Ort um alles zu kümmern. Und jetzt möchten wir in ihrem Namen, die Formalitäten klären. Aber sie wird Sie natürlich auch gerne anrufen, damit Sie sicher sein können, dass es in ihrem Interesse ist, die Wohnung zu kündigen. Wir wollten ihr nur die Arbeit abnehmen.“ Erklärte der überaus freundliche Hausherr. Ich erkannte, dass diese Situation perfekt inszeniert war und die Hohenbergs wollten, dass ich meine Entmündigung live miterleben konnte! „Aber nein, Herr Hohenberg! Natürlich braucht sie mich nicht anzurufen. Ich glaube Ihnen doch, dass die Frau Wagner in guten Händen bei Ihnen ist.“ Herr Schmidt willigte in das großzügige Angebot von Herrn Hohenberg ein, nahm den Scheck dankend entgegen und verließ das Haus.Ich hockte in meinem Ställchen und blickte traurig zu meiner „Wahl-Familie“. Herr Hohenberg trat an den Laufstall, kniete sich zu mir hinunter und meinte:“ Siehst Du, Isabel. Noch nicht einmal Dein Hauswirt hat Dich erkannt. Deine Angstzustände haben mir gezeigt, dass wir auf Dich aufpassen müssen. Du brauchst ab heute keine Angst mehr vor bösen Leuten zu haben!“ Damit stellte er sich hin, lächelte mich noch einmal liebevoll an und ging aus dem Esszimmer hinaus.Albert kniete sich ebenfalls vor den Laufstall und schaute mich mit verliebten Augen an. „Isabel jetzt hier bei Albert. Albert ganz lieb zu Isabel. Isabel jetzt schlafen!“ Er löste die Leine vom Laufstall, öffnete das kleine Gitter und umständlich krabbelte ich hinter ihm, in das Gästezimmer, hinterher. Widerstandslos ließ ich mich in das Bett legen und nahm wie in Trance zur Kenntnis, wie Albert den Schlafsack am Bett fixierte. Das Brustgeschirr hatte er vorher gelöst und legte es auf den Nachttisch. "Jetzt Isabel fein schlafen und Albert auch." Er ging aus dem Zimmer und ließ eine nachdenkliche Isabel Wagner zurück ...  Albert stand schon neben meinem Bett, als ich die Augen öffnete. Er lächelte mich warm an und sagte:“ Isabel so fein! Albert Isabel ganz doll lieb hat!“ Sein verklärter Gesichtsausdruck unterstrich seine Worte und zaghaft lächelte ich ihm zurück. Ich konnte ihm einfach nicht böse sein! Es war ja nicht seine Schuld, dass ich mich in dieser Situation befand – er wollte lediglich seine Freundin behalten und tat alles dafür, dass sie bei ihm blieb. In seinem verwirrten Geist gab es kein Schuldgefühl, sondern nur Liebe! Seufzend stöhnte ich durch den Schnuller und versuchte zu sprechen. „Alberck, Ifabel muff auf gie Tolette.“ Mein Harndrang wurde immer ärger und mühsam kniff ich meine Blasenmuskulatur nach oben zusammen. Albert streichelte meine Wange und sagte:“ Isabel kann Pipi in die Pampers machen. Albert wechselt, wenn voll.“ Seine verantwortungsvolle Mimik ließ mich etwas schmunzeln und dennoch wollte ich ihn davon überzeugen, dass es normal ist, wenn ich auf die Toilette ginge. „Alberck ... Ich gehe imma auf gie Toilette unk mach feik greißig chahren ngich mehr ing gie Hofe.“ Albert blickte mich mit großen Augen an und sagte:“ Isabel gar keine Pampers machen?“Erleichtert atmete ich auf! Der erste Schritt war getan! Er hatte mich verstanden und machte sich darüber Gedanken, dass ich seit 30 Jahren nicht mehr in die Hose machte!Er kratzte sich an der Stirn und meinte dann:“ Aber jetzt Isabel wieder in die Pampers machen. Albert macht Isabel schön sauber!“ Ich rollte die Augen zum Himmel! Das darf doch nicht wahr sein! Es fing doch gerade so gut an! Ich machte Anstalten weiter zu sprechen, als Herr Hohenberg in das Zimmer trat. Sofort fröstelte ich; dieser Mann jagte mir einen Heiden-Respekt ein und vorsichtig schaute ich ihn an. Albert lief gleich auf seinen Vater zu und sagte:“ Papa. Isabel kein Pipi machen. Isabel schon 30 Jahre keine Pampers mehr!“ Seine große Überraschung darüber, dass ich schon seit 3 Jahrzehnten keine Windeln mehr trug, erstaunte mich. Hatte Albert denn Windeln um? Ich hatte nicht drauf geachtet, aber es ist mir auch nicht aufgefallen, dass er gewindelt werden musste.Herr Hohenberg sprach besonnen:“ Was? Die Isabel hat schon seit 30 Jahren keine Pampers mehr? Och, die Ärmste! Na, dann ist es ja umso besser, dass sie jetzt bei uns ist. Hier darf sie wieder den ganzen Tag in die Windel machen und Du Albert, wirst sie dabei unterstützen, nicht wahr?“ Vermittelnd schaute er seinen Sohn an. Albert nickte eifrig und meinte:“ Ja, Albert Isabel helfen in die Pampers zu machen!“Er rannte zu meinem Bett und erklärte freudig:“ Albert Isabel helfen, in die Pampers zu machen. Isabel viel trinken. Albert Isabel füttern mit viel Wasser und Milch. Dann Isabel muss Pipi machen!“ Seine Fürsorge war wirklich herzlich, jedoch wollte ich in diesem Moment einfach nur eine Bratpfanne, um diese, Herrn Hohenberg über den Hinterkopf zu ziehen! ER redete seinem Sohn ein, dass es normal sei, in die Hosen zu machen! Wütend blickte ich ihn an. Er schien immun gegen diese Art von Blickkontakt zu sein und half Albert, mich aus dem Schlafsack zu lösen. Als ich vor dem Bett stand, legte Herr Hohenberg mir sofort das Brustgeschirr an, so dass ich mich keinen Zentimeter alleine fortbewegen konnte. Er setzte mich auf einen flachen Tisch, eine Art Wickelkommode und stülpte mir das weiße Kleid über, welches Albert mir vor einigen Tagen geschenkt hatte. „Heute werden wir Alberts Tante besuchen gehen und Dich dafür besonders schick machen. Hier haben wir das passende Häubchen zu Deinem Kleid.“ Und legte ein weißes Spitzenhäubchen über meinen Hinterkopf, während er versuchte, meine üppige Haarmähne unter die Haube zu stopfen. Immer wieder fielen meine langen Haaren aus dem Häubchen heraus und ärgerlich stopfte er sie wieder zurück. Ich war etwas belustigt über seine Gereiztheit und nahm mir vor, ihn in Zukunft häufiger zu ärgern, damit er mich schnellstens gehen liesse!„Argh! Diese Haare!“ Er beschäftigte sich noch immer mit der Bändigung meiner Mähne. Als er sie endlich unter Dach und Fach hatte, schloss er die Haube unter meinem Kinn, mit einer Schleife und sagte:“ Bevor wir zu Deiner Tante fahren, werden wir mit Isabel zum Friseur gehen – die Haare müssen kürzer!“Panisch riss ich meine in Fäustling verhüllten Hände zum Kopf. Meine Haare?! Nein! Niemals! Da kommt kein Zentimeter ab! Ärgerlich schüttelte ich den Kopf und rief:“ Ngeing! Ngie!“Herr Hohenberg lächelte mich überheblich an und meinte:“ Und? Wer fragt Dich?“ Er wand sich Albert zu. „Albert: entscheide Du, ob wir die Haare schneiden sollen. Isabel ist Dein Baby!“Albert schien geschmeichelt zu sein, dass sein Vater ihm diese Entscheidung überließ und er antwortete bedacht: “Albert Isabel Haare schneiden. Dann Isabel ganz schön!“ Angsterfüllt blickte ich meine beiden Peiniger an. „Neing, bicke ngich!“ Aber Albert nahm mich liebevoll in den Arm und flüsterte:“ Albert ganz schön machen. Isabel keine Angst!“ Mit diesen Worten zog er mich vom Tisch hinunter und ich durfte aufrecht mit den Beiden nach unten in die Küche gehen.Dort angekommen, setzte mich Herr Hohenberg auf einen Hochstuhl, der das Exemplar aus dem Esszimmer zu sein schien und befestigte meine Hände daran.Albert trat hinter mich, öffnete das Häubchen und entfernte den Schnuller. Dann fasste er meine Haare zu einem Zopf und hielt sie im Nacken zusammen. „Nein! Albert! Nein!“, schrie ich ihm entgegen und windete mich hin und her. In meiner Angst entleerte sich meine Blase eigenständig in die Windel, was ich kaum zur Kenntnis nahm. Ich wollte nur diesem Haarschnitt entkommen! Doch Herr Hohenberg hielt meinen Kopf fest in den Händen. Das schneidende Geräusch der Schere klang wie ein Rasenmäher-Messer, welches schnappend jeden Grashalm kappte. Ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten – meine schönen Haare! Sie fielen nach und nach zu Boden, bis Albert den Zopf komplett abgeschnitten hatte. Anschließend drehte er den Stuhl zu sich herum, so dass er mich genau anschauen konnte. Umsichtig schnitt er nun auch den Pony ab. Dann trat er neben mich. Mit verquollenen Augen starrte ich meinen Zwangs-Friseur an. „Isabel nicht traurig sein.“ Albert strahlte. „Isabel sehr schön jetzt! Viel schöner als vorher! Isabel guck!“ Er rannte aus der Küche, um kurz darauf mit einem Handspiegel zurückzukehren. Diesen hielt er mir vor das Gesicht und ich schaute hinein.Mein Haar, welches vorher schulterblattlang war, reichte jetzt noch bis knapp zum Kinn und der Pony gerade noch bis zur Stirnhälfte. Meine üppige Haarpracht lag auf dem Boden und traurig senkte ich den Blick dorthin. Jetzt waren sie ab! Und ich fühlte mich so beschämt, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Dieser Haarschnitt hatte nichts mehr mit meiner Lässigkeit zu tun: ich sah brav und uninteressant aus! Schluchzend kauerte ich auf meinem Stuhl und meine Kraft, mich aufzulehnen, schwand minütlich. Sie machten ja eh, was sie wollten! Und ich konnte nichts dagegen ausrichten. Herr Hohenberg lächelte mich herzlich an und meinte:“ Albert hat Recht: Du siehst viel netter aus! Und jetzt wird Dir auch das Häubchen besser passen!“ Er stülpte es über meinen Hinterkopf und konnte mühelos die restlichen Haare darunter verbergen. Nachdem er die Schleife unter meinem Kinn verschlossen hatte, betrachtete er mich wohlwollend. „Ja! So ist es gut! Man erkennt Dich kaum wieder!“ Zerknirscht musste ich mir die Freude der Beiden mit ansehen und öffnete zaghaft den Mund, als Albert mich mit Brei fütterte. Ich war tief gedemütigt und ließ mich in diesem Moment fallen ...  Herr Hohenberg fegte die umherliegenden Haare auf ein Kehrblech und setzte sich zu uns an den Tisch, um bei der Fütterung zuzuschauen.Nachdem ich den Teller leer gegessen hatte, löste Albert mein Brustgeschirr vom Stuhl und ließ mich auf den Boden gleiten. Ich wagte es nicht, aufzustehen, da Herr Hohenberg mir mit strengem Blick signalisierte, dass ich kriechen sollte. Völlig matt und eingeschüchtert hockte ich dort und traute mich kaum aufzuschauen. Der Verlust meiner Haare hatte mich tief getroffen und unterwürfig kroch ich neben Albert aus der Küche. Albert hielt mich an der Leine meines Brustgeschirrs und stolzierte wie ein Pfau mit mir ins Wohnzimmer. Dort wartete bereits seine Mutter, die freudig in die Hände klatschte, nachdem Albert die Haube entfernt hatte und sie meine neue Haarfrisur betrachten konnte. „Ey! Das ist aber fein geworden! So sieht die Isabel sehr nett aus. Das hast Du schön gemacht, Albert!“ Sie streichelte ihren Sohn über die Wange, der unterdessen das Häubchen wieder über meinen Kopf stülpte. „So. Nun wollen wir aber zu Tante Helga fahren!“ Herr Hohenberg trat ins Wohnzimmer und nahm Albert die Leine ab. „Ich werde Isabel ins Auto bringen.“ Damit zog er mich mit strammen Zug zur Tür. Vor der Haustür parkte bereits das Auto der Hohenbergs. Eine schwarze Limousine, dessen Fabrikat ich nicht ausmachen konnte, stand dort und mein Ziehvater öffnete die hintere Wagentür. Ich kroch in das Auto hinein und er legte mir ein Schaumstoffkissen über den Schoss. Darüber schloss er den Sicherheitsgurt und meinte:“ Nun bist Du sicher verpackt. Sei schön brav, wenn wir bei Tante Helga sind. Wir wollen uns doch nicht für Dich schämen!“ Mit diesen Worten schlug er die Tür zu und stieg selbst auf der Fahrerseite ein. Inzwischen waren auch Albert und Frau Hohenberg ins Auto eingestiegen. Albert saß ganz aufgeregt neben mir und sagte:“ Tante Helga ganz lieb!“ Er drückte meine in Fäustlinge verhüllte Hand und ließ sie während der gesamten Fahrt nicht mehr los. Als wir nach einer halbstündigen Fahrt am gewünschten Ziel ankamen, war Albert außer Rand und Band. Er schlug die Wagentür auf und lief um das Auto herum, um meinen Sicherheitsgurt zu lösen. Sein Vater trat lächelnd neben ihn und half ihm, das Schaumstoffkissen von meinem Schoss zu nehmen. Dann griff Herr Hohenberg nach der Leine und wies mich an, aufrecht zu gehen. Froh darüber, nicht kriechen zu müssen, ging ich folgsam neben ihm her. Auf meiner anderen Seite hielt Albert meine Hand und strahlte über das ganze Gesicht. Tante Helga hatte schon mit uns gerechnet und stand vor der Haustür. Herzlich begrüßte sie ihre Familie, um dann mich in Augenschein zu nehmen. „Ist das Alberts Baby?“, fragte sie, während sie mich anschaute. Ich räusperte mich und antwortete:“ Guten Tag. Mein Name ist Isa...“ Ein starker Ruck an meiner Leine ließ mich unterbrechen. „Du solltest abwarten, bist Du gefragt wirst“, ermahnte mich Herr Hohenberg. „Nun begrüße die Tante Helga, so wie es sich gehört.“Fragend schaute ich ihn an. „Wie meinen Sie das?“„Liebe Helga. Bitte entschuldige, dass unhöfliche Verhalten unseres Zöglings.“, wandte er sich freundlich an seine Schwägerin. „Du sollst knicksen und den Mund halten“, sprach er in forschem Ton zu mir.Wütend blickte ich ihn an. „Nein. Das tue ich nicht! Ich bitte Sie, mich gehen zu lassen. Ich gehöre hier nicht hin!“ Ich heulte hemmungslos auf. Tante Helga schaute etwas irritiert und nahm mich dann an die Hand. „Komm mit, mein Kind. Wir werden das schon hinkriegen.“ Sie zog mich hinter sich ins Haus und führte uns auf die Veranda. Dort stand ein üppig gedeckter Tisch mit Kaffee und Kuchen. Genau neben dem Tisch stand ein Laufstall – genau wie bei den Hohenbergs! Oh nein! Das konnte doch nicht wahr sein! Ich zerrte an der Leine, wollte mich losreißen, schrie um Hilfe, doch die festen Griffe von Alberts Vater ließen mich nicht entkommen. Er zog mich in den Laufstall, fixierte dort das Brustgeschirr an den Stäben und steckte mir einen Schnuller in den Mund, den er am Hinterkopf mit einem Riemen verschloss. Schnell zog er das Häubchen über meinen Kopf und setzte sich zu den anderen an den Kaffeetisch. Albert schaute traurig zu mir hinüber und ich blickte ihn an. Es tat mir so leid für ihn, aber ich konnte doch nicht zum Spielball seiner Familie werden! Das wollte ich nicht! Auch wenn Albert mir ans Herz gewachsen war, aber diese Art der Behandlung konnten ich nicht akzeptieren. Warum gerade ich? Fragte ich mich, als Tante Helga mich ansprach.„Du bist also die Isabel. Es freut mich, dass der Albert endlich eine passende Spielgefährtin gefunden hat. Wir müssen nur noch etwas an Deinem Gehorsam arbeiten, damit Du Albert nicht traurig machst. Und Du möchtest ihn doch nicht traurig machen, oder?“Durch die Spitze meines Häubchens blinzelte ich der Tante entgegen und schüttelte niedergeschlagen den Kopf. Ich wollte Albert ja wirklich nicht traurig machen! Aber deswegen durften die mich doch nicht so behandeln, oder?! Meine Gedanken fuhren Achterbahn. „Wird die Isabel denn jetzt brav sein, damit ich sie an den Kaffeetisch setzen kann?“ Tante Helga riss mich aus meinen Gedanken hinaus. „Isabel?“Schnell nickte ich, so dass ich aus dem Laufstall heraus kam. Tante Helga löste die Leine von den Gittern und führte mich zu den anderen an den Tisch. Dort durfte ich mich auf einen normalen Stuhl setzen, wobei die Leine natürlich sofort an den Stuhl gebunden wurde.„Habt Ihr Euch denn schon überlegt, wohin es gehen soll? Wollt Ihr in Euer Ferienhaus nach Dänemark oder das in Spanien?“, fragte die Tante interessiert.„Wir haben uns für Dänemark entschieden. Dann brauchen wir nicht zu fliegen und können unser Baby besser transportieren. Am Flughafen sind inzwischen so viele Kontrollen. Die Metallknöpfe der Gummihose würden sofort anschlagen und dann müssten wir unser Mädchen dort ausziehen. Und diese Demütigung wollen wir ihr ersparen. Darum geht’s mit dem Auto für einige Wochen nach Dänemark!“ Erklärte Herr Hohenberg seiner Schwägerin.Mit angezogenem Atem lauschte ich seinen Schilderungen. Einige Wochen nach Dänemark? Das durfte doch nicht wahr sein! Bis dahin würde ich total druchdrehen, wenn ich weiterhin so gehalten würde, wie bislang. Ich malte mir Fluchtpläne aus. Bei der nächsten passenden Gelegenheit würde ich mich davon stehlen – das stand fest!Tante Helga schien meine Gedanken lesen zu können. „Du freust Dich aber nicht sehr, wie ich sehe. Dabei hättest Du allen Grund dazu. Es ist ein wunderschönes Haus und Du wirst Dich dort sehr wohl fühlen. Ihr macht ausgedehnte Spaziergänge am Strand und Albert und Du könnt den ganzen Tag spielen.“ Ich schloss die Augen, um ihren Blicken zu entgehen. „Ihr solltet gut auf sie aufpassen, damit sie sich dort nicht verläuft.“ Redete sie eindringlich auf ihre Familie ein. „Am besten haltet ihr sie den ganzen Tag an der Leine. Nicht, dass sie noch jemand wegnimmt!“ Tante Helga`s Fürsorge war schier unerschöpflich!Albert sprang panisch auf. „Nein! Nicht Isabel wegnehmen! Isabel mein!“ Fast wütend blitzte er seine Tante an.Diese tätschelte liebevoll die Wange ihres Neffen. „Keine Angst, kleiner Albert. Wenn ihr schön auf Isabel aufpasst, wird das auch nicht passieren.“„Albert immer aufpassen! Und Mama und Papa auch!“ Mit entschlossenem Gesichtsausdruck schaute er seine Eltern an. Diese nickten ihm wohlwollend zu und ich erahnte, dass ich kaum Möglichkeiten finden würde, mich davon zu stehlen.Nachdem dieses Thema ausführlich diskutiert worden war, gingen alle über, ihren Kuchen zu essen. Frau Hohenberg entfernte mein Häubchen und zog den Schnuller aus meinem Mund. Sie legte mir ein Lätzchen um und band es im Nacken zusammen. Ich verzichtete auf ausfallende Bemerkungen, um alleine essen zu dürfen. Umständlich griff ich nach dem Löffel, der eine anatomische Form für motorisch geschädigte Menschen hatte. Zu diesen gehörte ich, nur durch den Umstand, dass meine Hände in Fäustlinge verhüllt waren. Ich protestierte nicht und konzentrierte mich auf das Essen. So konnte ich wenigstens selbständig essen und wurde nicht gefüttert. Hin und wieder spürte ich die Blicke meiner Tischnachbarn, die belustigt zuschauten, wie unbeholfen ich mich bewegte. Da ich aber nicht darauf verzichten wollte, unabhängig zu essen, versuchte ich sie weitestgehend zu ignorieren, um mich voll meiner Essensaufnahme zu widmen.„Na. Das klappt doch ganz gut mit dem Essen. Ich denke, dass unser Baby hin und wieder auch mal alleine essen darf. Natürlich braucht sie das Lätzchen, damit ihre Kleider nicht schmutzig werden. Aber es ist eine gute Übung, sie weiterhin an ihre Unselbständigkeit zu erinnern, nicht wahr?“ Mit einem überheblichem Lächeln streichelte sie über meinen Kopf. Als ich den Kuchen aufgegessen hatte, stellte sie die Rückenlehne des Stuhles zurück und gab mir ein Nuckelfläschchen mit Tee in die Hände. Ich führte den Sauger in meinen Mund und fing eifrig an zu saugen. Der Kuchen war so süß und mein Gaumen verlangte nach etwas Flüssigem. Die Vier schauten mir noch eine Weile zu und unterhielten sich dann. Irgendwann hatte ich das Fläschchen leer getrunken und setzte es ab. Albert trat neben mir und sagte:“ Isabel und Albert schwimmen!“Schwimmen?! Überlegte ich. Wo denn? Tante Helga stellte die Rückenlehne wieder auf und ich konnte den Swimming-Pool direkt vor mir im Garten liegen sehen. Das wäre die Gelegenheit! Durchfuhr es mich! Wenn ich im Wasser bin, kann ich nicht fixiert werden!Ich strahlte Albert an und sagte:“ Gerne. Aber ich habe gar keinen Badeanzug.“Frau Hohenberg kramte in einer großen Tasche herum, die sie mitgebracht hatte und zauberte eine Badehose und einen Badeanzug hinaus.„Ich wusste doch, dass Ihr Beiden es Euch nicht nehmen lasst, schwimmen zu gehen und habe deswegen vorgesorgt. Komm, Isabel. Wir ziehen Dich um.“ Sie löste die Leine vom Stuhl und wir gingen alle gemeinsam ins Haus. Herr Hohenberg entfernte das Brustgeschirr und streifte mir das Kleid über den Kopf ab. Er entfernte die Fäustlinge und legte mich auf den Boden, um die Windel zu öffnen. Die war inzwischen heftig nass und Albert freute sich sehr, dass zu sehen. „Fein! Isabel! Baby hat Windel voll gemacht!“ Das Gefühl, seine Freude zu sehen und meine grenzenlose Scham über meine Minderwertigkeit, ließen mich frieren. Was für eine Schmach! Aber ich ließ alles über mich ergehen, im festen Glauben daran, die Möglichkeit der Flucht beim Schwimmen zu nutzen!Alberts Vater legte mir eine frische Windel um und verschloss darüber noch ein Plastikhöschen. Etwas verdutzt fragte ich mich, ob ich mit Windel ins Wasser gehen sollte. Aber es war mir egal. Hauptsache, ich konnte bald ins Wasser! Frau Hohenberg kniete sich neben mich und zog mir den Badeanzug über. Dieser war eher ein Anzug aus dem Ballettunterricht: über der Taille war ein kurzes Chiffon-Röckchen und die Ärmel, die halblang waren, bestanden ebenfalls aus durchsichtigem Tüll. Der Anzug war rosafarben und einfach nur lächerlich! Hätte ich die Wahl gehabt, hätte ich einen Schreikrampf bekommen. Zur Krönung zog mir Frau Hohenberg noch eine Badekappe über, die über und über mit bunten Gummiblumen verziert war. Sie verschloss diese mit einem Gurt unter dem Kinn und drückte den Druckknopf an der Seite der Badekappe zu. Knack! „So! Jetzt könnt Ihr baden gehen!“ Albert hatte sich in der Zwischenzeit auch seine Badehose übergezogen und stand nun freudig vor mir. Dieses merkwürdige Quintett zog nun Richtung Pool, wobei ich mir meine Umgebung genau anschaute. Der Garten war zwar umzäunt, jedoch war die Höhe des Zaunes zu bewältigen. Albert stieg langsam ins Wasser und ich wollte es ihm gleich tun. Tante Helga jedoch, hielt mich zurück und sagte:“ Moment, Isabel. Wir müssen Dir erst Deinen Schwimmring anlegen und die Schwimm-Ärmel. Nicht, dass Du untergehst!“ Sie hielt einen Schwimmreifen in der Hand, der in der Mitte 2 Einstiegslöcher hatte, in die ich jetzt mit beiden Füßen hinein trat. Auf dem Ring war ein großer Schwanenhals angebracht. Tante Helga zog den Ring hoch und band eine Gummischürze, die am Schwimmring befestigt war, fest um meine Taille zusammen. Ein kleines Schloss verhinderte das „zufällige“ Öffnen der Schürze. Bestürzt musste ich erkennen, dass meine Flucht damit unterbunden wurde! Sie legte mir noch 2 Schwimmflügel an, so dass ich mich kaum noch bewegen konnte. Erst dann führte sie mich langsam ins Wasser. Der Pool hatte eine angenehme Temperierung, so dass ich nicht fror. Ich war ausgeliefert! Ich spürte keinen Boden unter meinen Füßen und Albert zog den Schwimmring, mit mir darin, einfach hinter sich her, ohne dass ich etwas hätte ausrichten können.Die Erwachsenen ließen sich am Poolrand nieder und hielten ihre Füße hinein, während Albert mich hin und her gleiten ließ. Es machte ihm Spaß, mich zu sich heran zu ziehen, um mich dann mit einem kräftigen Stoss, weggleiten zu lassen. In meinem ganzen Leben bin ich mir noch nie so ausgeliefert vorgekommen! Ich saß in meinem Schwimmring und musste alles mit mir geschehen lassen. Albert juchzte und freute sich so sehr, dass es eine Freude war! Allerdings nicht für mich.Als er keinen Spaß mehr daran hatte, mich im Wasser hin- und her zu schubsen, zog er mich langsam zu den Erwachsenen heran. Herr Hohenberg rief:“ Kommt! Wir machen ein Spiel! Jeder geht in eine Ecke des Pools und wir lassen unser Baby hin- und hergleiten.“ Er stand auf und setzte sich auf die gegenüberliegende Seite. Seine Frau ging ebenso an eine freie Seite des Pools, während Tante Helga sitzen blieb. Albert hatte große Lust zu diesem Spiel und stürzte sich im Wasser, auf die noch freie Gerade des Pools.Tante Helga, die am Beckenrand saß, zog mich lächelnd zu sich heran und meinte:“ So. Isabellchen! Jetzt spielen wir fein.“ Und mit einem kräftigen Stoss manövrierte sie meinen Schwimmring mit mir, an den gegenüberliegenden Beckenrand, zu Herrn Hohenberg.Da ich den Beckenboden nicht berühren konnte und der Schwimmring mich polsternd umgab, konnte ich nichts anderes tun, als mich dem Spiel hinzugeben. Hin und her wurde ich gestoßen! Mit jeder Bahn zum nächsten Spieler wurde ich kleinlauter und mein Wille schien mehr und mehr zu brechen. Nach einer mir endlos vorkommenden Zeit, hatten sie irgendwann keine Lust mehr zu spielen und zogen mich aus dem Wasser hinaus. Tante Helga löste den Schwimmring und die Flügel und fast ächzend fiel ich auf den Rasenboden. Die Windel lugte triefend nass unter meinem Badeanzug hervor und die Umstehenden fingen an zu lachen. Beschämt hielt ich meine Hände vor das Gesicht und wollte davon laufen! Doch meine Beine gaben vor Angst und Scham nach.Albert legte ein Handtuch um mich und zog mich zum Haus zurück. Dort streifte er meinen Badeanzug ab, die Windel und entfernte die Badehaube. Ich zitterte am ganzen Leib vor Demütigung und Kälte. Die Familienmitglieder rubbelten mich ab, legten mich trocken und zogen mir einen Overall über, der an Füßen und Händen verschlossen war. Inzwischen war ich froh, das warme Frottee auf meiner Haut zu spüren und rebellierte nicht. Außerdem war ich viel zu schwach, um mich aufzulehnen. Das Wasser hatte mich müde gemacht und die Auslieferung matt und willenlos.Als wir auf die Veranda zurückgingen, stand dort ein weißes Gitterbett, in welches mich Herr Hohenberg legte. Über mir verschloss er einen Schlafsack, der an den Gitterstäben befestigt war. Albert setzte sich auf den Bettrand und hielt mir ein Fläschchen mit warmer Milch in den Mund. Kraftlos sog ich an dem Nuckel. Ich kämpfe damit, nicht einzuschlafen und versuchte mühsam die Augen aufzubehalten. Als das Fläschchen leer war, steckte er mir einen Schnuller in den Mund, verschloss ihn am Hinterkopf und zog die Gitterklappe des Bettes hoch. Dann zog er den Moskitos-Himmel, der über dem Bett hing, zusammen. Durch das Netz des Insekten-Schutzes blinzelte er mich noch einmal an und ging dann zu seiner Familie. Erschöpft und gedankenlos gab ich mich dem Schlaf hin ...  Als ich das nächste Mal die Augen öffnete, fing es schon zu dämmern an. Ich wunderte mich – so lange hatte ich geschlafen?! Das war doch sonst gar nicht meine Art. Ich musste mindestens 4 Stunden tief und fest eingeschlafen sein, denn als ich in das Bettchen gelegt wurde, war es gerade mal 4 Uhr am Nachmittag!Ich guckte um mich und hörte die Stimmen der Familie Hohenberg. Sehen konnte ich nur schemenhaft etwas durch das Netz des Moskito-Himmels. Also versuchte ich mich aufzurichten. Der Schlafsack, der mit den Gitterstäben verbunden war, ließ keine Aufwärtsbewegung zu, so dass ich weiterhin in der Liege-Position verharren musste. Herr Hohenberg war wohl gerade im Haus, als er plötzlich neben meinem Bett stand.„Na – da hat aber jemand fein geschlafen!“ Ich blinzelte ihn verlegen an und hoffte, dass er mich aus dem Bett holen würde. Er zog den Himmel zurück und klappte die Gitterreihe nach unten. Dann setzte er sich auf den Bettrand und schaute mich ungeniert an.„Isabel...“ Er räusperte sich kurz und ich wunderte mich, warum er so förmlich wirkte.„Isabel... Du weißt ja inzwischen, dass Albert Dich sehr in sein Herz geschlossen hat – und zugegeben – auch meine Frau und ich möchten Dich nicht mehr missen. Wir sind so froh, dass unsere Familie Zuwachs bekommen hat und möchten das gerne amtlich machen.“Mit zusammengekniffenen Augen blickte ich ihn an. Was sollte das denn jetzt heißen? Ich war noch zu verschlafen, als dass ich mich auflehnen konnte und hörte meinem „Ziehvater“ weiter zu.„Wir werden in den nächsten Tagen zunächst nach Dänemark fahren“, fuhr er weiter fort, „um dort etwas abzuspannen und uns noch besser aneinander zu gewöhnen. Und wenn wir dann nach Hause kommen, möchten wir Dich gerne adoptieren.“Ich schnappte nach Luft! Was will er?? Mich adoptieren?! Jetzt schlägt es aber „13“! Dachte ich mir und aufgewühlt versuchte ich mich hinzusetzen. Natürlich hielt mich der Schlafsack zurück und der Schnuller ließ sofort jedes Wort im Keim ersticken.„Du brauchst Dich jetzt nicht aufzuregen – alles nimmt seinen Lauf. Ich habe bereits mit Deinem früheren Arbeitgeber gesprochen: Er freut sich sehr, dass Du jetzt in unserem Hause lebst und wünscht Dir für die Zukunft alles Gute. Er ist ein alter Skat-Bruder von mir und weiß, dass Du bei uns in den besten Händen bist. Er wusste immer, dass Du mit Deiner Tätigkeit in seinem Büro unterfordert warst und freut sich, dass Du jetzt endlich Deine Aufgabe gefunden hast.“ Er hielt kurz inne und musterte mich kritisch.Mein fassungsloser Gesichtsausdruck, konnte nicht mal annährend meine Panik ausdrücken, die sich in mir ausbreitete! Dieser Mann jagte mir einen Heidenrespekt ein und ich wusste, dass er alles bis ins kleinste Detail durchgeplant hatte. Es würde kaum eine Möglichkeit geben, mich aus seinem Dunstkreis ziehen zu können. Die Panik wandelte sich in Angst und Mutlosigkeit um und ich fing an zu weinen.„Nicht weinen, kleine Isabel. Du wirst sehen: alles wird gut! Du wirst Dich prima an alles gewöhnen und irgendwann wird es normal für Dich sein; glaub mir.“ Er löste die Knoten des Schlafsackes von den Gitterstäben und schluchzend richtete ich mich auf. Herr Hohenberg stand auf und ging ins Haus zurück. Jetzt saß ich ganz alleine auf dem Bett und hätte sofort losrennen müssen! Doch ein einziger Blick auf meine Kleidung zeigte mir, dass ich keine Chance hatte, in angemessenem Tempo vorwärts zu kommen. Meine Hände lagen in Fäustlingen verhüllt und mein Körper im Schlafsack. Mit einer Schnecke hätte ich zweifelsohne ein Rennen aufnehmen können, doch für eine Flucht wäre es nur lächerlich gewesen.Umständlich ließ ich mich auf den Veranda-Boden gleiten und kroch erniedrigt und beschämt zum Tisch „meiner“ Familie.Albert sah mich kommen und strahlte mir zu. Er stand nicht auf, sondern wartete ab, bis ich auf allen Vieren zu ihm gekrochen war. Er streichelte mir, wie einen Hund über den Kopf und sagte:“ Meine Isabel fein geschlafen! Jetzt Isabel essen.“ Ich blickte ihn traurig an. Ach Albert! Du kannst ja nichts dafür. Dachte ich mir, während Tante Helga mir einen Stuhl zurechtstellte, auf den ich mühsam kroch. Sie band das Brustgeschirr um meinen Oberkörper und fixierte dieses am Stuhl. Ziemlich kleinlaut ließ ich mir das gefallen und blickte nur Albert an. Dieser war so glücklich! Ich spürte seine Liebe und seine Wärme in jeder Pore und zaghaft lächelte ich ihm zurück.Tante Helga band unterdessen den Schnuller und das Häubchen los. Herr Hohenberg trat mit einem Tablett an unseren Tisch und die Damen fingen eifrig an, den Tisch zu decken. Als alles aufgetischt war, angelte Albert nach einem Löffel und füllte ihn mit dem Brei, der direkt vor mir stand. Er pustete solange, bis die gewünschte Temperatur erreicht war und führte ihn dann in meinen Mund. Brav ließ ich mich von ihm füttern, bis der Teller leer war und wunderte mich selbst über meine Kompromiss-Bereitschaft. Irgendwie schien ich gelähmt zu sein und erlebte die Situation wie in einer Trance. Mein Leben bestand in den letzten Tagen ausschließlich aus Schlafen, Spielen und Essen. Mein Geist passte sich diesem Zustand an und es passierte fast von selbst, dass ich mich führen ließ. Anfangs lehnte ich mich zwar auf und versuchte, mich selbst zu bestimmen. Doch jede Eigenbestimmung wurde sofort im Keim erstickt, so dass ich aufgab, mich aufzulehnen. Selbst Fluchtgedanken verschwanden komplett aus meinem Kopf – es gab ja eh keine Chance! Hohenbergs verstanden es perfekt, mich zu entmündigen und ließen mir keine Möglichkeit, mich selbst zu bestimmen. Alles wurde mir abgenommen, bzw. vordiktiert. Der Aufenthalt in Dänemark lehrte mich, die Beine breit zu halten, da ich 4 Wochen lang eine Spreizhose trug, die mich trainierte, meine Schenkel nicht mehr zu schließen. Selbst als sie entfernt wurde, wagte ich es nicht, meine Beine zusammen zu führen. Wir machten lange Spaziergänge an der Nordsee entlang, die ich meistens im Buggy erlebte. Manchmal durfte ich mit Albert im Sand spielen und die Hohenbergs setzten sich in einen Strandkorb und blickten stolz ihren Kindern beim Spielen zu. Während wir im Sand spielten, trug ich immer eine abgeschlossene Spreizhose: so konnte die Familie sicher gehen, dass ich nicht davon lief. Als ich irgendwann alleine an einem Tisch saß und niemand von der Familie zu sehen war, griff ich nach einer Tasse Kaffee und wollte endlich mal wieder den bitteren Koffein-Geschmack schmecken! Ich setzte die Tasse an und der größte Teil des Kaffees lief auf mein Kleid. Entsetzt schaute ich mir das Malheur an und stellte bestürzt fest, dass ich durch das ausschließliche Trinken mit der Nuckelflasche, noch nicht einmal mehr aus einer normalen Tasse trinken konnte!In den Momenten, in denen ich keine Spreizhose trug, versuchte ich mich einmal, aufzurichten. Mit wackeligen Schritten tapste ich in dem Haus herum, um mich schnell erschöpft auf den Boden zu setzen. Selbst mein Gehverhalten hatte ich verlernt.Manchmal durfte ich auch ohne Schnuller sprechen. Doch selbst in solchen Situationen hörte ich, wie sehr sich mein Sprachverhalten dem Schnuller angepasst hatte. Ich hatte das Gefühl, dass mir hunderte von Vokabeln fehlten, um mich verständlich auszudrücken. Durch den Schnuller sprach ich nur das Nötigste, um die peinliche Aussprache nicht zu häufig zu vertonen. Wahrscheinlich war es auch die entsprechende Kommunikation, die Hohenbergs mit mir führten, dass sich mein Sprachschatz, mehr und mehr reduzierte. Albert selbst hatte auch keinen großen Wortreichtum und dadurch wurde meiner ebenso kleiner. Selbst auf die Windeln konnte ich nicht mehr verzichten. Es gab Momente, in denen ich meinen Harndrang kontrollieren wollte; doch meine Blase machte nicht mit: es lief einfach in die Watte hinein!Auch das ständige Tragen der Häubchen, löste etwas in mir aus: erst war es nur peinlich, eine Mütze zu tragen und irgendwann fühlte ich mich nur noch nackt, wenn ich nichts auf dem Kopf trug!Diese Misserfolge lehrten mich, dass ich nicht alleine zurechtkommen konnte und vollends auf meine Familie angewiesen war. Es gab nur noch Albert und meine „Eltern“!Mein Leben wurde geformt und mein Geist „gewaschen“. Mein früheres Leben schien Lichtjahre entfernt zu sein und ich konnte mich kaum noch daran entsinnen, wie es war, alleine im Leben zurecht zu kommen. Das einzige, was ich wusste: Ich war Isabel – Alberts Isabel! Und mehr zählte nicht ...-Ende-